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Kein Fernticket am Automaten

Bahnkunde aus Nörten-Hardenberg ärgert sich Kein Fernticket am Automaten

Wer in Nörten-Hardenberg lebt und kein Internet nutzen möchte oder kann, wird beim Kauf einer Bahnfahrkarte innerhalb des Verkehrsverbundes Südniedersachsen (VSN) zu Zielen außerhalb des Verbunds benachteiligt. Das sagt Bahnkunde Friedrich-Wilhelm Hoppe und ärgert sich.

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Wer sein Ticket nicht online erwirbt, zahlt drauf, ärgert sich Bahnkunde Friedrich-Wilhelm Hoppe.

Quelle: NR

Nörten-Hardenberg. Der 64 Jahre alte Ingenieur ist beruflich oftmals mit der Bahn unterwegs. In seinem Wohnort Nörten-Hardenberg steht am Bahnhof jedoch nur ein Metronom-Automat, an dem Hoppe aber keine Fahrkarte von Nörten zum Beispiel nach München kaufen kann. Würde er sein Ticket online erwerben, könnte er nicht nur Sparpreise der Deutschen Bahn nutzen, sondern bezahlte sogar den selben Normalpreis, egal ob er die Strecke Göttingen - München löst oder eben Nörten-Hardenberg - München. Menschen, die keine Geldgeschäfte übers Internet abwickeln wollen, seien gezwungen, den Fernfahrschein in Göttingen zu kaufen und zusätzlich den Nahverkehrsfahrschein von Nörten nach Göttingen zu bezahlen, ärgert sich Hoppe. Ein solcher kostet im VSN-Tarif 3,80 Euro. Hoppe meint, dass eine Verrechnung „doch wohl das mindeste“ sei, „was erwartet werden darf“. Und tatsächlich habe ihm Metronom „mit Hinweis auf eine einmalige Gegebenheit, den Fahrpreis zurück überwiesen“.

Woran liegt das Wirrwar um Nah- und Fernverkehrsfahrkarten? Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) teilt auf Nachfrage mit, dass im Rahmen der LNVG-Ausschreibungen der Bahnstrecken die Zuständigkeiten der Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) neu organisiert wurden. Damit sollen vertriebliche Doppelstrukturen vermieden werden, schreibt Rainer Peters von der LNVG. Über den Vertrieb von Fernverkehrsfahrscheinen könne man als Nahverkehrs-Aufgabenträger keine Vorgaben machen. Im Falle Nörten-Hardenbergs habe sich Metronom „in legitimer Weise entschlossen“, ihre eigenen Automaten aufzustellen und die Deutsche Bahn (DB) ließ ihren Automaten dort abbauen. Privatbahnen hätten sich seit Längerem intensiv darum bemüht, an ihren Automaten Fernverkehrstickets verkaufen zu dürfen. „Leider ohne Erfolg“, so Peters. Die DB sehe hierfür keinen Bedarf und gestatte Dritten den Verkauf bislang grundsätzlich nicht - „zu Lasten der Fernverkehrskunden“.

Inzwischen habe sich die DB auf Druck des Bundeskartellamtes allerdings zu Änderungen beim Fahrkartenvertrieb verpflichtet. „Wettbewerb auf der Schiene setzt Wettbewerb beim Vertrieb, das heißt bereits beim Fahrkartenverkauf voraus“, so Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes. Der Einschätzung des LNVG-Sprechers zufolge, werde die tatsächliche Umsetzung aber wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

DB-Pressesprecher Egbert Meyer-Lovis rät dem Nörtener Bahnkunden Hoppe, seinen Fahrschein telefonisch über die DB-Service-Hotline zu bestellen. Eine weitere Möglichkeit, ohne Internet zum Fernfahrschein ab Nörten-Hardenberg zu kommen, wäre der Gang ins Reisebüro. „Wir verkaufen Bahntickets, auch zum Sparpreis“, sagt Anja Eilers, Mitarbeiterin im Nörtener Reisebüro Stumpe, allerdings seien ein paar Tage zeitlicher Vorlauf nötig. Gerd Aschoff, Göttinger Ehrenvorsitzender der Fahrgastvereinigung Pro Bahn, hält die gegenwärtige Einschränkung im Vertriebssortiment „für nicht zufriedenstellend“. Allerdings müsse man vom Bahnkunden „eine gewisse Flexibilität erwarten können“.

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Von Redakteur Britta Eichner-Ramm

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