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Alles andere als harmlos

Polizei warnt vor Soft-Air-Waffen Alles andere als harmlos

Hier läuft ein Jugendlicher mit einer Maschinenpistole herum“: Solche Notrufe von besorgten Bürgern gehen in jüngster Zeit häufiger bei der Polizei ein. In den vergangenen Tagen kam es allein im Bereich der Polizeiinspektion Northeim zu zwei Polizeieinsätzen, weil Jugendliche in der Öffentlichkeit mit Waffen hantierten und sogar damit herumballerten.

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Symbolbild

Quelle: dpa

Northeim. Zum Glück stellte sich beide Male heraus, dass sie keine scharfen Schusswaffen, sondern täuschend echt aussehende Soft-Air-Maschinenpistolen und -Pistolen bei sich hatten. Trotzdem seien diese Vorfälle alles andere als harmlos, sagt der Leiter des Zentralen Kriminaldienstes in Northeim, Oliver Tschirner. Gerade angesichts der aktuellen Terrorgefahren sei es gefährlich, sogenannte Anscheinswaffen in der Öffentlichkeit mit sich zu führen. „Die Polizei muss zunächst immer davon ausgehen, dass es sich um echte Schusswaffen handelt.“ Im schlimmsten Fall könnte es passieren, dass Beamte die Lage als so gefährlich einschätzen, dass sie in dieser vermeintlichen Notwehrsituation selbst zur Schusswaffe greifen.

Selbst geschulte Polizeibeamte könnten nicht mit bloßem Auge erkennen, dass es sich um einen Nachbau handele, sagt der Northeimer ZKD-Leiter Tschirner. So war es auch bei einem Einsatz Ende Juli: Wenige Tage nach den Anschlägen in Nizza und Würzburg, als gerade der Amoklauf in München passierte, meldete sich ein Anrufer bei der Polizei Northeim. Dieser hatte in Parensen im Bereich des Grillplatzes einen Jugendlichen mit einer Waffe beobachtet. Die mit zwei Streifenwagen ausgerückten Beamten trafen dort in einer Grillhütte auf einen 16-Jährigen. Vor sich auf dem Tisch hatte er eine automatische Maschinenpistole der Marke Heckler & Koch und eine 6-Millimeter-Pistole der Marke Browning liegen. Erst als die Polizisten die Waffen in die Hand nahmen, war klar, dass es sich um Soft-Air-Waffen handelte.

Der zweite Vorfall ereignete sich an diesem Sonntag. Ein 15-jähriger Mofafahrer teilte der Polizei in Uslar mit, dass er soeben mehrfach aus einem Pkw beschossen worden sei. Der Fahrer sei mit einer Sturmhaube maskiert gewesen. Wenig später machten die Beamten den Wagen ausfindig und forderten die vier Insassen zum Aussteigen auf. Im Wagen entdeckten sie zwei Soft-Air-Waffen, eine davon sah wie eine vollautomatische Maschinenpistole aus. Einer der 14 bis 18 Jahre alten Insassen räumte ein, mit dieser Waffe durch das geöffnete Fenster der Fahrertür den Mofafahrer beschossen zu haben. Die andere Pistole gehörte dem 18-jährigen Fahrer, der mit Sturmhaube maskiert durch die Stadt gefahren war.

Gegen die Jugendlichen in Uslar wurden Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz, versuchter gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr eingeleitet.

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