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Boken und hecheln in Gladebeck

Beekefest Boken und hecheln in Gladebeck

Die Flachsverarbeitung und das Leineweberhandwerk waren früher neben der Landwirtschaft die beiden wichtigsten Wirtschaftszweige der Ortschaft Gladebeck. Daran  haben die Einwohner am Sonnabend beim Breekefest  erinnert – indem sie nach alten Techniken Flachs bearbeiteten und die Leinewebergasse eröffneten.

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Stefan Bense zeigt dem fünfjährigen Max beim Breekefest in Gladebeck, wie Flachs gebrochen wird.

Quelle: Heller

Gladebeck. „Ich bin stark“, ruft Max (5) und drischt mit dem Bokehammer auf die Flachsstengel ein. Emily (4) hechelt derweil die Fasern mit der Hechel, mit anderen Worten: Sie zieht die Fasern durch die Nagelbürste und sorgt damit für ihre gleichmäßige Ausrichtung, sodass sie spinnfähig sind. 

Mit dem Bokehammer boken und der Hechel hecheln: Das waren nur zwei der vielfältigen Tätigkeiten, welche die Besucher der Veranstaltung ausprobieren konnten. Sie gewannen dabei einen  faszinierenden Einblick in die Arbeitswelt ihrer Vorfahren. Einen Acht-Stunden-Tag kannten die übrigens nicht, wie Edith Becker, die sich in ein schickes Mittelalter-Kostüm geworfen hatte, treffend bemerkte: „Für ein Burn-out hatten die einfach keine Zeit.“

Den Flachs, den die Besucher bearbeiteten, hatten übrigens Grundschulkinder aus Gladebeck, Hardegsen und Göttingen angebaut und geerntet. Das sei ein großartiges Erlebnis für sie gewesen, berichtete Jutta Benter, Klassenlehrerin aus Gladebeck, und äußerst lehrreich noch dazu: „Die meisten hatten überhaupt keine Vorstellung davon, dass die Kleidung, die man im Laden kauft, von jemandem hergestellt werden muss.“

Weil im Ort nichts an die Leineweberei erinnert, wurde eine bisher nicht benannte Gasse in Nähe der Brandesstraße Leinewebergasse getauft. Der Männergesangsverein Polyhymnia Gladebeck sang dabei das Gladebeck-Lied: „Der schönste Platz der Erde …“, während die beiden Wächter Uwe Lüdecke und  Andreas Bahr  aufpassten, dass niemand aus der Reihe tanzte. Das geschah dann auch nicht – kein Wunder, bei den Schwertern mit fast ein Meter langer Klinge, welche die beiden im Gürtel stecken hatten.

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