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Breites Bündnis gegen „Freundeskreis“ in Lindau

Bunt statt braun Breites Bündnis gegen „Freundeskreis“ in Lindau

Gegen die Kundgebung des „Freundeskreises Thüringen / Niedersachsen“ haben am Sonnabend nach Polizeiangaben mehr als 280 Teilnehmer demonstriert. Beim „Freundeskreis“ zählte die Polizei etwa 80 Personen, darunter Obereichsfelder NPD-Aktivisten und den Eichsfelder NPD-Vorsitzenden Thorsten Heise.

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Friedensgebet in der St.-Peter-und-Paul-Kirche in Lindau

Quelle: Müller

Lindau. „Wir berufen uns auf Mitmenschlichkeit, auf die Hilfe für Bedürftige, auf den Respekt für Andersdenkende“, sagte Pastor Harald Möhle im Friedensgebet, das der evangelische Geistliche mit der katholischen Gemeindereferentin Regina Griesmayr in der gut gefüllten St.-Peter-und-Paul-Kirche gestaltete. Unter dem Slogan „bunt statt braun“ hatte sich im Vorfeld ein breites Bündnis aus Kirchen, Politik und Vereinen zusammengefunden. „Gegen die rechte Szene wollten wir einen gesamtgesellschaftlichen Gegenpol setzen“, so Bürgermeister Uwe Ahrens (parteilos). Es sei wichtig, dass die Bürgergesellschaft dagegen Flagge zeige. Lore Exner, Sprecherin des Aktionsbündnisses, forderte, die Fluchtursachen zu stoppen, den Flüchtlingen aber zu helfen: „Nur 100 Meter von hier stehen geistige Brandstifter, und die wollen wir hier nicht haben!“ Das niedersächsische Innenministerium prüft derzeit, ob das ehemalige Max-Planck-Institut in Katlenburg-Lindau als Flüchtlingsunterkunft für bis zu 1500 Flüchtlinge in Frage komme. Bürgermeister Ahrens sagte, er verstehe zwar Sorgen, jedoch sei bislang noch keine Entscheidung getroffen worden.

Der „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“, der seit einigen Wochen in Northeim, Duderstadt und Heiligenstadt sogenannte „freiheitliche Bürgertreffs“ abhält, fand sich auf dem Markt Lindaus zusammen. Sprecher war, wie in Duderstadt, Jens Wilke: „Wir stehen nicht für eine Partei oder eine Organisation.“ Zugleich aber waren unter den rund 80 „Freunden“ zahlreiche Funktionäre der NPD, die sich um ein Transparent „Asylflut stoppen - das Eichsfeld wehrt sich“ versammelten. „Wir sind nicht ausländerfeindlich, wir sind inländerfreundlich“, zitierte Wilke den Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke. Seit Silvester müssten sich alle „Realitätsverweigerer“ überdenken: „In wenigen Monaten kann es nur für oder gegen Deutschland gehen, und wir haben uns für Deutschland entschieden!“ Linke Gegendemonstranten, die daraufhin mit „Nie wieder Deutschland“ antworteten, nannte Wilke „selbsthassende Subjekte“, die selbst gefressen würden. „Noch bevor wir die Polizei anrufen, lösen wir die Probleme selber“, warnte er. Auch Verschwörungstheorien brachte der Friedländer vor. Das deutsche Wolk solle gegenseitig aufgehetzt werden, und es gebe keinen Friedensvertrag: „Wenn Deutschland zusammensteht, muss die ganze Welt zusammenstehen, um gegen uns zu gewinnen.“ Für die Zukunft kündigte Wilke weitere Treffen im Landkreis Göttingen an. rf, gm

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Thema des Tages

Der „Freundeskreis Thüringen / Niedersachsen“ steht nicht unter der Beobachtung des Verfassungsschutzes, Verbindungen in die Neonazi-Szene sind aber vorhanden. Dies geht aus einer Antwort der niedersächsischen Landesregierung auf eine mündliche Anfrage der Grünen hervor. Auch bei den Kundgebungen in Duderstadt und Northeim seien Neonazis vertreten gewesen, teils hätten sie die Veranstaltungen mit organisiert, erklärte das Ministerium für Inneres und Sport.

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