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Demo in Hardegsen gegen rassistische Übergriffe

Erster Alarm für Alarmliste Demo in Hardegsen gegen rassistische Übergriffe

Rassisten haben vor einer Woche die Scheibe eines von Flüchtlingen bewohnten Hauses eingeschlagen und damit einen Stein ins Rollen gebracht: Künftig werden jene, die sich Rassismus nicht gefallen lassen, aufstehen und Alarm schlagen. Am Sonnabend trafen sich 160 Menschen - alarmiert über eine Alarmliste.

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Quelle: Heller

Hardegsen. Die friedliche Protestaktion, zu der gut zur Hälfte auch Menschen aus Hardegsen und Umgebung gekommen waren, diente auch dazu, diese Initiative zur schnellen Mobilisierung bekannter zu machen. Unter alarmliste_goe@autistici.org kann sich unter Angabe seiner Handynummer anmelden, wer künftig per SMS informiert werden will, wo sich Protest gegen einen rassistischen Übergriff regen wird. Einzelheiten dazu finden sich auf dem Blog alarmlistegoe.noblogs.org.

In Hardegsen war es jener Angriff auf ein Wohnhaus, an das auch noch Sticker mit fremdenfeindlichem Inhalt geklebt wurden, der die Gegenreaktion hervorrief. In Göttingen hatte die Antifaschistische Linke zum Protest aufgerufen. Über den Köpfen der Protestler schwebte am sonnabend das grüne Plakat des Hardegser Wochenmarktes, vor ihnen die Transparente "Kein Mensch ist illegal". Dazwischen ein Büchertisch, ein Stand mit Tee und Kuchen, spielende Kinder, Kreidezeichnungen auf dem Pflaster. Sechs Redner zählten die Übergriffe auch in der Region gegen Flüchtlinge auf: Salzhemmendorf, Bischhagen, jetzt eben Hardegsen. "Wir müssen uns unserer Verantwortung bewusst sein", appellierten Redner an die Teilnehmer, "und uns gemeinsam gegen rassistische und faschistische Mobilisierung organisieren".

Die Organisatoren - unter den Anmeldern übrigens der Göttinger Linken-Ratsherr Patrick Humke -  waren mit dem Zuspruch beim ersten Treffen der Art zufrieden. Besonders, dass auch aus dem Ort selbst Menschen Flagge zeigten gegen Fremdenhass. Das zeige auch jenen, die vor Krieg, Armut und Verfolgung fliehen, dass sie hier nicht allein gelassen werden, wenn rechte Gruppen wie der Eichsfelder Freundeskreis zu rassistsicher Hetze aufrufen. Auch aus Sicht der Polizei verlief die Kundgebung im Zentrum Hardegsens äußerst friedlich.

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