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Deutschstunden für syrische Flüchtlingskinder

Katlenburg-Lindau Deutschstunden für syrische Flüchtlingskinder

Noch reichen ihre Sprachkenntnisse nicht aus, um dem Deutschunterricht zu folgen. Drei Flüchtlingskinder aus Syrien üben die neue Sprache mit Maja Ibrahim. Die studierte Arabistin, die mit einem Ägypter verheiratet ist, arbeitet seit anderthalb Jahren in der Burgbergschule in Katlenburg mit.

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In der Katlenburger Burgbergschule: Maja Ibrahim mit Sardar, Ahed und Khadija (v. l.).

Quelle: Caspar

Katlenburg-Lindau. „Ich bin in beiden Kulturen zuhause“, sagt Ibrahim. Über die Familie ihres Mannes, des Import-Export-Kaufmannes Medhat Ibrahim, hat die gebürtige Göttingerin die ägyptische Lebensart in den vergangenen 20 Jahren kennengelernt. Das hilft der Muslima, die Kopftuch trägt, einen Zugang zu den Flüchtlingen aus Syrien zu finden.

Als Ibrahim vor anderthalb Jahren mit ihrer Familie nach Katlenburg zog, bot sie der Grundschule ihre Hilfe an. „Zwei meiner fünf Kinder besuchen die Burgbergschule“, berichtet sie. Spielerisch führt sie die Kinder an die neue Sprache heran. Sie hat Memory-Karten und Einkaufszettel angefertigt. Die vielen Materialien füllen mittlerweile einen Wandschrank. Der Junge Sardar (11) und die beiden Mädchen Khadija und Ahed (beide zehn) sollen zunächst einmal das Alltagsvokabular erlernen.

„In ihren Familien übernehmen die Kinder, die die neue Sprache schneller lernen als die Erwachsenen, oft die Dolmetscherrolle“, hat Ibrahim beobachtet. Ein Junge rief zum Beispiel den Krankenwagen, als seine schwangere Mutter in den Wehen lag.

„Die Kinder, die ich bisher betreut habe, sind alle in Syrien zur Schule gegangen“, erzählt die Arabistin. Sie hätten dort bereits lesen und schreiben gelernt. Unter den Erwachsenen gebe es dagegen zum Teil auch Analphabeten. Eine Herausforderung für die Kinder sei, dass Deutsch, anders als Arabisch, nicht von rechts nach links geschrieben werde. Ihre Motivation zu lernen sei hoch.

„Mit den Erlebnissen von Krieg und Flucht sind sie, nach meiner Beobachtung, gut zurecht gekommen“, meint Ibrahim. Die Eltern hätten ihren Kindern ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit geben können. Die Erwachsenen verhielten sich dagegen nach schlechten Erfahrungen mit anderen Menschen zum Teil misstrauisch. Ibrahim und ihr Mann, die seit Jahren Migranten ehrenamtlich unterstützen, wissen, wie sie Vertrauen schaffen können.

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