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Reger Flugbetrieb beim Drachenfest in Hevensen

Hevensen Reger Flugbetrieb beim Drachenfest in Hevensen

Reger Flugbetrieb herrschte am Tag der Deutschen Einheit über dem Himmel von Hevensen. Grund war das 28. Drachen- und Familienfest auf dem Baseballgelände.

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Udo Rudolph aus Billingshausen mit seinem Revolve-Drachen.

Quelle: Eichner-Ramm

Hevensen. Schon von weitem waren die vielen bunten Flugobjekte am Himmel über Hevensen zu sehen. Auf dem etwa 14 000 Quadratmeter großen Gelände hinter dem Dorfgemeinschaftshaus hatte die örtliche SPD das 28. Hevenser Drachen- und Familienfest ausgerichtet. Vorsitzender Torsten Henne war am Ende zufrieden, „dass wir das so hinbekommen haben“, um ein Fest für die ganze Familie auf die Beine zu stellen.

Das Daumendrücken der Organisatoren bezüglich des Wetters half offenbar – auf den Regen am Vormittag folgten gegen Mittag Sonne und Wind. Prima Bedingungen für alle, die ihre gekauften oder selbstgebauten Drachen steigen lassen wollten. Trotz Regens habe es schon ab Festbeginn regen Zulauf gegeben. Viele Besucher waren optimistisch. Zu recht, wie sich herausstellte.

Rabe Rudi zappelt im Wind

Unter ihnen war zum Beispiel Familie Miotke aus dem Nachbarort Wolbrechtshausen. Sylvia und Maik Miotke samt Töchterchen Lea waren zusammen mit Candy Herrmann aus Parensen zum Baseballgelände der Hevensen Pioneers gekommen. Deren dreijähriger Sohn Liam gehe mit Lea in den Kindergarten, so Herrmann. Während beide Kinder auf der vom Regen aufgeweichten Wiese tobten, hielt Papa Miotke den gekauften Drachen in der Luft. Rabe Rudi zappelte so heftig im Wind, dass Lea ihn nicht habe halten können, erklärte Sylvia Miotke. Aber immerhin gebe es Wind, ergänzte sie, denn in den Vorjahren habe beim Drachenfest eher nur ein laues Lüftchen geweht.

Diesmal also herrschte bestes Drachen-Flugwetter. Während vorne die Verpflegungsstände, Kinderschminken oder Ponyreiten gefragt waren, hatten im hinteren Bereich des Geländes Mitglieder eines Drachen-Clubs aus dem Raum Paderborn ihre stattlichen Flugobjekte an langer Leine in die Lüfte geschickt – Mainzelmännchen – die Maskottchen des ZDF – tänzelten ebenso im Wind, wie ein Drachen mit vier kleinen Drachen oder ein großer bunter Kugelfisch.

Selbstbausatz von Hannah bemalt

Überhaupt gab es beim Drachenfest in Hevensen viele verschiedene Drachen-Modelle zu sehen – große wie kleine. Einen Selbstbausatz-Drachen hatte zum Beispiel Familie Schütrumpf aus Hardegsen dabei. Den ließ die dreijährige Hannah steigen, ihr Vater Jörg musste lediglich ab und zu die Schnur entwirren oder den Drachen zur Freude von Hannah mit einem Sprint vor dem Absturz retten. Mutter Sarah und Oma Gisela schauten derweil den Flugkünsten des von Hannah bemalten Drachens zu.

„Guck mal, der dreht sich ja“, sagte einer der Besucher über das Drachen-Modell, das der Billingshäuser Udo Rudolph in den Wind hielt. Das sei ein „Mädchen“-Drachen, scherzte Rudolph mit Blick auf die Farben des Revolve-Drachens (revolve = umkreisen, rotieren): leuchendes Gelb und Rosa. Ein „Mädchen-Drachen“ sei sein selbstgebautes Konstrukt aber auch, weil er sich leicht steuern und lenken lasse. Den Drachen habe er aus den Resten eines Hängegleiters und mit Glasfaser-Stangen, wie man sie aus dem Bogensport kenne, zusammengenäht, berichtete der 68-Jährige. Die Nylonbahnen in gelb und rosa habe er auf einem Flohmarkt erstanden.

Nächstes Drachenfest in Salzderhelden

Sein Faible fürs Drachensteigenlassen entdeckte Rudolph nach eigenen Angaben vor fast 30 Jahren, als er im Urlaub bei Emden im Watt einen abgestürzten Drachen fand. Diesen habe er mitgenommen, gereinigt und restauriert. Seither wisse er, dass ein Drachen weit mehr sei, als nur ein Spielzeug. Seither habe er verschiedene Modelle gebaut und sogar an deutschen Meisterschaften teilgenommen. Und er besuche natürlich die Drachenfeste in der Region, etwa in Göttingen oder aber auch in Salzderhelden. Dort finde am 22. Oktober das dritte Drachenfest statt, ergänzte Henry Reemts aus dem Einbecker Ortsteil, der mit dem Billingshäuser auf dem Hevenser Flugfeld über Drachen fachsimpelte. Man kenne sich, sagte Rudolph, der in Hevensen zum nunmehr 29. Mal dabei war.

Von Britta Eichner-Ramm

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