Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
„Ein Desaster“

Hardegsen: Baumschäden nach Umgestaltung von Bürgerpark und Schmiedewiese „Ein Desaster“

Vier Bäume am Hardegser Rathaus - zwischen 30 und 80 Jahre alt - sind nicht mehr zu retten. Grund: Bei den Tiefbauarbeiten zur Umgestaltung des Bereiches vor wenigen Jahren wurden die zum Teil „armdicken Wurzeln“ der Bäume gekappt. Jetzt sind die Bäume laut Gutachter „irreversibel geschädigt“.

Voriger Artikel
„Northeim für Northeimer“
Nächster Artikel
Auto an Baustelle beschädigt

Drei der vier "irreversibel geschädigten" Bäume an der Schmiedewiese in Hardegsen: Blutbuche, Spitz-Ahorn und Silber-Ahorn müssen zusammen mit der wenige Meter weiter stehenden Stil-Eiche entfernt werden.

Quelle: Peter Heller

Hardegsen. Was der Sachverständige, der Göttinger Diplom-Forstwirt Udo Sowitzki da mit seinem Fachgutachten den Mitgliedern des Stadtplanungsausschusses am Montagabend verkündete, war für alle ein Schock. Ursachen, Verantwortlichkeiten und die Frage möglicher Gewährleistungsansprüche, müssten und würden aufgearbeitet werden, versprach Bürgermeister Michael Kaiser (parteilos).

Sowitzki sprach von einem „Desaster der Planung“. Bei der Umgestaltung des Platzes an Bürgerpark und Schmiedewiese seien zwar Baumscheiben eingebracht worden, die „für frisch gepflanzte Bäume geradezu vorbildlich“ seien. Nicht aber für 50 bis 60 Jahre alte Bäume. Bei den Tiefbauarbeiten seien außerdem „vermutlich zahlreiche Grob- und Starkwurzeln gekappt“ worden, heißt es in der Sitzungsvorlage. Damit gingen laut Gutachter „immense Feinwurzelverluste“ einher.

Bei der etwa 55 Jahre alten Blutbuche hat bei der Sowitzki mindestens 60 Prozent Wurzelverlust feststellte. Bei einem Wert von 40 Prozent, so erläuterte er, werde von einer Totalschädigung gesprochen. 50 Prozent Feinwurzelverlust weisen laut Gutachten die schon „auf Torso-Dimension“ gestutzte Stil-Eiche und der Spitz-Ahorn aus, und auch beim Silber-Ahorn beziffert Sowitzki den Wurzelverlust auf 40 Prozent. Der Sachverständige beurteilt allerdings die Vitalitätsprognose des Silber-Ahorns als „ebenfalls schlecht“.

Dass damals bei den beschädigten Wurzelbereichen eine „Wurzelbehandlung“ durch Versiegeln der Schnittstelle durchgeführt wurde, verhindere nicht, dass Fäule in den Baumstamm ziehe, so die Auffassung des Fachgutachters. Sowitzki bezeichnete die vier betroffenen Bäume als „Zeitbombe“, da aufgrund der „sichtbaren Schadensbilder hinsichtlich ihrer Vitalität“ die Standsicherheit nicht mehr gegeben sei. Wegen der Verkehrssicherungspflicht sei die Entnahme der Bäume dringend geboten.

Der Antrag von Michael Selke (FDP), ein zweites Gutachten einzuholen, wurde bei Stimmengleichheit abgelehnt. Mehrheitlich sprach sich dann das Gremium für das Entfernen der geschädigten Bäume und eine geeignete Neupflanzung aus. Über letztere soll gesondert beraten werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Tanzende Schneeflocken im "Kauf Park"