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Brücken am Haken

Eisenbahn-Großbaustelle in Northeim Brücken am Haken

Pünktlich, wie es der Bauzeitenplan vorsieht, steht an der Eisenbahn-Großbaustelle in Northeim ein nächtlicher Einsatz bevor. Die sechs Gleisbrücken werden abgebaut und durch Hilfsbrücken ersetzt. Bis zuletzt hatten die Bauverantwortlichen gehofft, dass der Zeitplan nicht ins Wanken gerät.

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Die Baustelle in Northeim.

Quelle: be

Northeim. Das wäre der Fall gewesen, wenn die Schotterarbeiten am Gleisbett der ICE-Strecke Göttingen - Hannover nicht rechtzeitig fertig geworden wären, erklärt die leitende Bauüberwacherin Graciele Devechi-Ginez, die für die Deutschen Bahn vor Ort Arbeiten und Abläufe im Auge behält. Grund: die Bahntrasse 1732 Hannover - Kassel über Northeim ist Ausweichstrecke.

Auch die vierwöchige Sperrung der ICE-Trasse im Mai habe den Bauzeitenplan an den Brückenbaustellen in Northeim nicht wesentlichen gestört. Die Arbeiten an der Northeimer Großbaustelle hatten einen etwa 36-monatigen Vorlauf, damit der Zugverkehr so wenig wie möglich gestört wird. Immerhin fahre auf der Trasse 1732 etwa alle zehn Minuten ein Zug, sagt die Bauüberwacherin.

Nördlich des Northeimer Bahnhofes verlaufen die Bahnstrecken 1732 und die Trasse 1810 von Northeim via Herzberg nach Nordhausen. Zwei 1883 erbaute Eisenbahnbrücken überqueren hier die Bundesstraße 241 - je Trasse mit drei Gleisen. Sie werden durch neue Brückenbauwerke ersetzt. Das klingt zunächst relativ einfach, die lange Bauzeit von September 2015 bis 2018 lässt aber erahnen, dass es sich um ein Großprojekt handelt. So werden zum einen die Brücken samt Widerlager und Gründung komplett neu aufgebaut.

Zum anderen liegt die Baustelle im Grundwasserbereich, weshalb die neuen Widerlager und die neue Bundesstraße trockengelegt werden sollen. Dazu wurden inzwischen Spundwände eingebaut, die zusammen mit einem Trog künftig das Grundwasser fernhalten sollen.

Im März wurden außerdem 21,5 Meter lange Bohrpfähle in die Erde getrieben. Sie bilden das Fundament für die Hilfsbrücken, deren Einbau in diesen Tagen beginnt. Zunächst werden nach Auskunft von Devechi-Ginez die alten Gleisbrücken an der westlichen Trasse abgebaut. Eine wird gleich an Ort und Stelle von einem Bagger zerlegt, die anderen werden per Baukran herausgehoben und auf dem Baustellengelände zerlegt.

Die alten Widerlager werden zurückgebaut, erklärt Devechi-Gines die nächsten Schritte, dann werden die Stahlhilfsbrücken per Kran auf die Bohrpfähle aufgesetzt und die Gleisanschlüsse wieder hergestellt. Direkt im Anschluss an die westlichen drei Gleisbrücken folgen die analogen Arbeiten an der östlichen Trasse Northeim - Nordhausen. Die meisten Arbeiten werden nachts ausgeführt, damit der Zugverkehr möglichst wenig beeinträchtigt wird.

Alle sechs Hilfsbrücken sollen, so sieht es der Zeitplan vor, bis 12. September eingebaut und nutzbar sein.

Im Anschluss an den Rückbau der alten und den Einbau der Hilfsbrücken werden die Widerlager und die Straße zurückgebaut. der Aushub weggeschafft und die Sohle für den Trog hergestellt. Immerhin liegt das Trogfundament etwa anderthalb Meter tiefer als das jetzige Straßenniveau. Mit dem Wiederaufbau der neuen Brückenwiderlager, so rechnet Devechi-Ginez, soll dann etwa ab Dezember begonnen werden.

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