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Frisur der Braut auf Pump toupiert

Ermittlungen wegen Betruges Frisur der Braut auf Pump toupiert

Wonnemonat Mai - Hochzeitsfeiern überall. Man muss sich das Heiraten aber auch leisten können. Ein junges Paar aus dem Landkreis Northeim ist mit einem Berg offener Rechnungen in die Ehe gestartet. Vom Diskjockey bis zur Floristin - keiner bezahlt. Jetzt ermittelt die Polizei wegen Betruges.

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Gegen ein Hochzeitspaar aus Northeim wird derzeit wegen Betruges ermittelt.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen/Northeim. „Eine Hochzeit ist der wichtigste Tag eines Brautpaares“, heißt es auf der Homepage des kleinen Internetversandes, den der Bräutigam betreibt. Auch für sein polizeiliches Führungszeugnis könnte der Tag noch wichtig werden. Nicht weniger als fünf Strafanzeigen gingen gegen den 33-Jährigen nach der Hochzeit ein. Rechnungen in Höhe von mindestens 6.000 Euro blieben offen. In allen Fällen sei Versäumnis bereits gerichtlich festgestellt und es gebe vollstreckbare Titel, die bisher nicht befriedigt werden konnten. Die Polizei ermittele wegen vorsätzlichen Betruges, sagt ein Northeimer Polizeisprecher auf Anfrage.

Dabei war es ein rauschendes Fest - nicht ganz so groß wie geplant, aber immerhin noch mit 85 Gästen. 150 sollten es eigentlich sein, aber das Lokal am Rande des Sollings, das die Feier im September 2015 ausrichtete, verlangte unerwartet Vorkasse. Denn man habe vorher schon etwas munkeln hören, gibt ein Verantwortlicher augenzwinkernd zu.

Jene, die arglos auf Rechnung lieferten, hatten noch nichts munkeln hören. Diese kommen fast alle aus Göttingen. Der Videograf wartet auf 1.500 Euro, der Fotograf gar auf 2.700. Diskjockey und Floristin sollen je etwas über 1.000 Euro nicht erhalten haben. Selbst die Fisur der Braut wurde auf Pump toupiert. Weil die Friseurin eine Freundin der Brautmutter ist, soll sie letztlich doch noch bezahlt worden sein. Auch den Verleiher des Partybusses soll der Bräutigam kurz vor Anzeigeerstattung schließlich noch bezahlt haben.

Auf die Außernstände angesprochen, gibt sich der junge Ehemann erstaunt. Von Strafanzeigen wisse er nichts. Er habe sich doch mit allen geeinigt. Außerdem seien die Forderungen doch umstritten. Und die vollstreckbaren Titel? Davon wisse er nichts. Genauso wenig wie davon, dass die Staatsanwaltschaft bereits zwei Anklagen wegen vorsätzlichen Betgruges gegen ihn erhoben hat und in zwei weiteren Fällen gegen ihn ermittelt.

Betrug bei Ebay-Kleinanzeigen

Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat gegen den 33-Jährigen aus dem südlichen Landkreis Northeim bereits zwei Anklagen wegen Betruges erhoben. Im Mai 2014 habe er einer Elektrotechnikfirma verschiedene Aufträge erteilt. Doch die Bezahlung war laut Anklage nur vorgetäuscht. 981,75 Euro blieben bis heute offen. Einer zweiten Anklage liegt ein Kauf via Ebay-Kleinanzeigen zugrunde. Auch hier erging Betrugsanzeige und eine Anklage. Verhandelt wird demnächst im Amtsgericht Northeim.

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