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Gutachten belastet Uslarer Familienvater

Missbrauchsvorwürfe Gutachten belastet Uslarer Familienvater

Der 51 Jahre alte Familienvater aus Uslar, der vor 14 Jahren seine beiden Töchter in einer Wohnung in Moringen sexuell missbraucht haben soll, ist im Landgericht schwer belastet worden. Ein Glaubwürdigkeitsgutachter hält die Schilderungen für "mit hoher Wahrscheinlichkeit erlebnisorientiert".

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen/ Moringen. Zum Prozessauftakt hatte der Mann die Vorwürfe noch als "Quatsch" bezeichnet und spekuliert, die Töchter hätten sich die Vorwürfe ausgedacht, weil sie nach dem Tod der Mutter nicht bei ihm, sondern beim Onkel leben wollten. Das Gericht hatte ein Glaubwürdigkeitsgutachten beim Bremer Institut für Gerichtspsychologie bestellt.

Am vierten Verhandlungstag schilderte ein Sachverständige der Jugendschutzkammer, wie er die inzwischen 18 und 26 Jahre alten Frauen befragt hatte, welche Hypothesen er gegen die Aussagen aufgestellt habe und welche Ergebnisse die Überprüfung von Aussagefähigkeit, Aussagequalität und  -konstanz erbracht habe.

Die jüngere Schwester war erst fünf Jahre alt, die ältere 13, als sie nach deren Schilderungen durch den eigenen Vater missbraucht wurden. Noch ehe die Jüngste zur Schule ging, soll der Vater von ihr sexuelle Befriedigung verlangt haben und ihr dafür teils Süßigkeiten versprochen haben. Wenn sie sich geweigert habe, so die Jüngere, habe sie nicht draußen spielen dürfen. Später soll er ihr in einem Fall 50 Euro geboten haben, wenn das Kind ihn im Intimbereich rasiert.

Laut Gutachten sind die Mädchen uneingeschränkt aussagetüchtig. Die Schilderungen seien glaubhaft, weil sie teils originelle und nebensächliche Details enthielten, wie sie in ausgedachten Geschichten nicht zu erwarten seien. Auch sei eine Konstanz in allen Aussagen gegeben.

Einflüsse durch Suggestion oder Übertragungen seien nicht zu erkennen. Auch habe es entlastende Anteile der Aussagen gegeben. Die Jüngere habe die Taten lange nicht anzeigen wollen und erst im Laufe des Erwachsenwerdens das Unrecht erkannt. Erst im Sorgerechtsstreit vor Gericht wurden sie offenbar. Ihre Schilderung sei "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit erlebnisfundiert und damit glaubwürdig", so der Gutachter.

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