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„Flüchtlingsarbeit macht mobil“

Bessere Mobilität von Flüchtlingen in Northeim „Flüchtlingsarbeit macht mobil“

Flüchtlingshelfer und Flüchtlinge richten in einer Werkstatt gemeinsam Fahrräder her oder reparieren sie. Anschließend werden die Fahrräder den Fluchtlingen zur Verfügung gestellt - auf diese Weise soll das Projekt „Flüchtlingsarbeit macht mobil“ der Mobilität von Flüchtlingen dienen.

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Projektvorstellung an der Fahrradwerkstatt in Northeim.

Quelle: Harald Wenzel

Northeim. Das Projekt haben die Verantwortlichen am Freitag in Northeim in der Fahrradwerkstatt in der Unteren Straße vorgestellt.

„Northeim ist ein Flächenlandkreis. Viele Flüchtlinge leben in den Dörfern des Landkreises“, erklärte Hanna Bludau, Koordinatorin für Migration und Teilhabe beim Landkreis Northeim. „Sprachkurse finden aber meistens in den Städten statt. Auch Ärzte und andere für Flüchtlinge wichtige Institutionen sind eher in den Städten zu finden“, sagte Bludau. „Die Nachfrage nach Fahrrädern ist groß, weil die Busverbindungen in die Städte nicht so gut sind, und auch die Tickets werden den Flüchtlingen nicht immer bezahlt“, berichtete die 27-Jährige.

Unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ haben Vertreter des Landkreises Northeim, ADFC Kreisverband Northeim sowie der Bürgerstiftungen der Kreissparkasse Northeim und der Sparkasse Einbeck ihr Projekt „Flüchtlingsarbeit macht mobil“ vorgestellt. So soll das Projekt für eine bessere Vernetzung und Integration der Flüchtlinge sorgen.

Die Initiatoren des Projekts stellen insgesamt sieben örtlichen Flüchtlingsinitiativen 10 000 Euro für den Erwerb von Ersatzteilen, Fahrradständern und Werkzeugkoffern zur Verfügung. „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir uns alle engagieren müssen bei der Integration von Flüchtlingen“, meinte Thomas Besser, Vorstand der Northeimer Bürgerstiftung. „In der Werkstatt können Flüchtlinge Fahrräder zusammenbauen, sie dann ausleihen oder erwerben. Durch die Werkstatt haben sie dann auch gleich Ansprechpartner“, so Besser. „Außerdem arbeiten sie aktiv an etwas und tragen für ihre Arbeit eine Verantwortung. Das ist wichtig bei der Integration“, fügte der Northeimer hinzu.

Auch auf das Heranführen an die deutsche Sprache achten die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer. Während der Arbeit sprechen sie Deutsch mit ihren Schützlingen. Es sei nicht leicht, den Flüchtlingen, die deutsche Sprache zu vermitteln, schilderte Meinolf Ziebarth, Mitglied des Northeimer ADFCs. „In der Werkstatt lernen sie einige Begriffe anhand der Fahrräder kennen. Das ist ein erster Schritt, die deutsche Sprache zu üben“, meinte Ziebarth.

Die Räumlichkeiten der vom Albert-Schweitzer-Familienwerk betriebenen Werkstatt stehen dem ADFC donnerstags für das Flüchtlingsprojekt zur Verfügung.

Von Alisa Altrock

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