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Flüchtlingshilfe Nörten-Hardenberg zieht positive Zwischenbilanz

Patenmodell und Alltagshilfen Flüchtlingshilfe Nörten-Hardenberg zieht positive Zwischenbilanz

Etwa 40 Flüchtlinge leben zurzeit in Nörten-Hardenberg. Die ehrenamtlichen Mitglieder der Flüchtlingshilfe möchten ihnen die Integration erleichtern. Die ganz unterschiedlichen Hilfestellungen sind positiv angelaufen, so eine erste Zwischenbilanz der Akteure.

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Mitglieder der Flüchtlingshilfe Nörten-Hardenberg mit Flüchtlingen im gegenseitigen Austausch (von links): Said Firo, Qusay Hani, Holdger Platta, Bashir Ahmad, Mohammad Amin Hesso, Melanie Haase und Pfarrer Andreas Körner.

Quelle: Heller

Nörten-Hardenberg. In vier Gruppen engagieren sich ehrenamtliche Flüchtlingshelfer in Nörten-Hardenberg. „Das macht sehr viel Spaß, auch wenn es viel Arbeit macht und Zeit kostet“, sagt Melanie Haase, Sprecherin der Gruppe Alltagshilfen, Betreuung, Freizeitgestaltung und Mobilität. Eines der Projekte, die schon gut angelaufen seien, sei das Kontakt-Café, das freitags von 16 bis 17.30 Uhr Begegnung und gegenseitigen Austausch ermögliche. „Es wird immer voller“, freut sich Haase. Der 15-jährige Bashir Ahmad aus Syrien zum Beispiel komme immer zum Uno-Spielen vorbei, erzählt Haase.

Bashir Ahmad hat in den vergangenen Wochen auch an einem Deutschkurs unter Leitung von Holdger Platta von der Gruppe Sprache und Bildung teilgenommen – ein weiteres Angebot der Flüchtlingshilfe in Nörten. Gerade erst endete der erste Kurs. Auch die Syrer Said Firo, Mohammad Amin Hesso, Mohammad Saleh Hesso und Qusay Hani aus dem Irak waren seit Mitte November dabei. „Sie kamen als Fremde zu uns,“ so Platta, „wir sind uns aber schnell vertraut geworden.“ Zudem lobt Platta seine Schüler, nennt sie motiviert und freundlich. „Wir haben überwiegend positive Erfahrungen gemacht“, fasst er zusammen.

Viele Ängste in der Gesellschaft ließen sich abbauen, wenn man den Menschen kennenlernt. Das hat Pfarrer Andreas Körner festgestellt. Er betreut die Gruppe Integration der Nörtener Flüchtlingshilfe. Integration und Information für die, die bleiben wollen, sieht er als eine der Aufgaben an. Rechtem Gedankengut gelte es entgegenzuwirken. Allerdings müssten die Menschen ihre Sorgen und Ängste äußern dürfen, betont Körner. In Nörten-Hardenberg sei die Integration der Flüchtlinge etwas leichter als zum Beispiel in Northeim oder Uslar, da es nur etwa 40 Geflüchtete sind.

Es handle sich überwiegend um Familien, die Nörten zugewiesen wurden. Darunter viele Familien mit Kleinkindern, wie Amelie Rodemann-Sommer sagt, die mit ihrer Gruppe den Flüchtlingen beim Umgang mit Behörden zur Seite steht. Bewährt habe sich das Patenmodell. Zurzeit seien es acht Paten, so Haase, die „eine wahnsinnig gute Arbeit“ machten. Sie begleiteten die Flüchtlinge, nähmen ihnen aber nicht alles aus der Hand, betont Körner. Vielmehr leisteten die Paten Hilfe zur Selbsthilfe.

Paten und Interessierte, die sich engagieren möchten, treffen sich zu einem gegenseitigen Austausch am Mittwoch, 17. Februar, um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Nörten-Hardenberg.

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Von Redakteur Britta Eichner-Ramm

Der Wochenrückblick vom 26. November bis 2. Dezember 2016