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Tragödie vor 34 Jahren wirkt bis heute

Fünf Tote bei Osterfeuer 1982 Tragödie vor 34 Jahren wirkt bis heute

Sie wären jetzt alle um die 50. Doch sie überlebten das Osterfest 1982 nicht. Fünf junge Männer, 14 bis 18 Jahre alt, sind vor 34 Jahren Opfer einer Tragödie geworden: In Hohnstedt starben sie in der Nacht vor dem Osterfeuer in den Flammen des mutwillig von Jungen aus dem Nachbardorf entzündeten Holzhaufens.

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1982 kamen bei einem Osterfeuer in Hohnstedt fünf Menschen ums Leben.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hohnstedt. Heute erinnert ein Findling mit den Namen der fünf Opfer an jene wohl schlimmste Brandkatastrophe Südniedersachsens. Zwischen Wacholderbüschen steht der Stein nördlich des Ortes am Waldrand. Auf diesem Teil des Hohnstedter Berges, wo früher traditionell das Osterfeuer brannte, wurde nie wieder gefeiert. Die Menschen meiden den Ort.

Dabei sollte alles ein weit verbreiteter Streich unter Jugendlichen sein. Dem Nachbardorf das schon aufgestapelte Osterfeuer frühzeitig abzufackeln, war damals eine Jahrzehnte alte Tradition in diesem Teil des Landkreises Northeim. Die Dorfjugend machte sich einen Spaß daraus, die Nachbarn zu ärgern. Die wiederum bewachten argwöhnisch ihre Holzhaufen. Eine Art-Indianer-Spiel - mit tödlichem Ausgang.

In der Nacht vor dem Osterfeuer 1982 hatten es fünf Jugendliche aus dem nahen Edesheim schon einmal versucht. Sie waren bemerkt worden, es gab eine Rangelei, sie zogen wieder ab. Die siegreichen Hohnstedter legten sich danach zum Schlaf nieder. Sieben der acht Hohnstedter machten es sich in einer Höhle, die sie eigens für die Übernachtung in den Holzstoß gebaut hatten, bequem. Für fünf von Ihnen sollte es eine Todesfalle werden. Einer der Jungs legte sich lieber im Freien nieder. Er überlebte.

Kurz vor 4 Uhr war er es, der das Feuer entdeckte. Als er Alarm schlug, war es für fünf Kameraden schon zu spät. Der Wind trieb die Flammen direkt in den Eingang der Höhle. Heimlich hatten sich die Edesheimer Halbstarken erneut angeschlichen und Feuer gelegt. Nur zwei der sieben jungen Männer im Innern des riesigen Holzhaufens entkamen dem Inferno. Fünf wurden im Schlaf überrascht, einer konnte noch schwer verletzt herausgeholt werden, starb aber wenig später im Krankenhaus. Vier Jungen kamen aus den brennenden holzmassen gar nicht mehr heraus. Die fünf Todesopfer waren 14, zweimal 16, 17 und 18 Jahre alt. Seitdem brennt in den Ortschaften Hohnstedt und Edesheim Ostern kein Feuer mehr. Auch die Tradition, dem Nachbardorf das Osterfeuer vorab anzustecken, ist so gut wie erloschen. Nur einige wenige Versuche wurden seither in anderen Ortschaften registriert. In den vergangenen Jahren gab es das gar nicht mehr.

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