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Geheimnissen im Ackerboden auf der Spur

Geomagnetische Messungen Geheimnissen im Ackerboden auf der Spur

Welche Geheimnisse verbergen sich im Ackerboden unterhalb des Kirchberges bei Asche? Geomagnetische Messungen, die am Montag von Studierenden der Göttinger Universität auf zwei angrenzenden Äckern vorgenommen worden sind, könnten Antworten liefern.

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Doktorand Tobias Scholz leitet die Geomagnetischen Messungen auf dem Acker unterhalb des Kirchberges bei Asche (Kreis Northeim).

Quelle: Wenzel

Asche. In dem Wäldchen auf dem Hügel bei Asche haben Mitglieder des Geschichtsvereins Asche-Ferlingsen in Zusammenarbeit mit der Kreisarchäologie im vergangenen Jahr die Grundmauern einer mittelalterlichen Wüstungskirche freigelegt. Die Grabungsstelle ruht zurzeit noch, ist über den Winter abgedeckt. Nach Auskunft von Initiator Frank Wiese sollen die Grabungen an der Kirchenruine vermutlich im Mai wieder aufgenommen werden. Im Umfeld der Kirchenruine könnte es ein Dorf gegeben haben, über das bislang kaum etwas bekannt ist. Darauf deuten unterschiedliche Funde hin, so Wiese. Zum Beispiel hätten die Landwirte auf den östlich und südlich gelegenen Äckern immer wieder Scherben gefunden.

 

Dass nun eine Gruppe von 14 Studierenden des Seminars für Ur- und Frühgeschichte im Rahmen der Lehrveranstaltung eine Vermessungskundeübung am Kirchberg von Asche vorgenommen haben, bezeichnet Wiese als Glücksfall. „Solche Untersuchungen könnten wir uns sonst nicht leisten“, sagt er. Den Kontakt zur Uni habe Frank Wedekind von der Firma Streichardt und Wedekind, deren Archäologen bei den Grabungen in Asche aktiv sind, vermittelt.

Bahn für Bahn über das Feld

Doktorand Tobias Scholz leitet die Studierenden an diesem Montag bei den Arbeiten auf den beiden Äckern an. Zunächst werden die Messfelder auf dem Gelände abgesteckt und zentimetergenau Messpunkte gesetzt, später erfolgt die eigentliche geomagnetische Messung mit einem speziellen Gerät. Fünf Sonden sind im Abstand von 50 Zentimetern dem Gestell montiert, welches wiederum über zwei Räder verfügt und für die Messung über das Messfeld geschoben wird. Bahn für Bahn - jeweils 2,5 Meter breit - wird auf diese Weise das Gelände untersucht. Gewissermaßen werde dabei das Magnetfeld des Ackerbodens auf Störungen durchleuchtet, erklärt Scholz.

Die Auswertung der geomagnetischen Messungen werde etwa 14 Tage dauern, meint Scholz. Anhand dieser könnten dem Geschichtsverein und der Denkmalbehörde dann mögliche Fundstellen von Siedlungsresten benannt werden. „Bisher gibt es ja nur Vermutungen, wo die Gebäude gestanden haben könnten“, so Scholz.

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Von Redakteur Britta Eichner-Ramm

Der Wochenrückblick vom 26. November bis 2. Dezember 2016