Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Vermutlich nicht vom Himmel gefallen

Geschichtsverein lässt fünf Steine von Geologen untersuchen Vermutlich nicht vom Himmel gefallen

Nach einer ersten Betrachtung deutet sich an: die fünf Steine, die der Nörtener Geschichtsverein den Göttinger Geologen zur Begutachtung vorgelegt hat, sind vermutlich nicht vom Himmel gefallen. Immerhin aber belegen historische Quellen, dass es über Nörten 1580 einen Meteoritenfall gegeben hat.

Voriger Artikel
Pferd gerammt, Reiterin verletzt
Nächster Artikel
Internet-Betrüger zocken 24 000 Euro ab
Quelle: Heller

Göttingen/Nörten-Hardenberg. Bilian Proffen vom Verein für Geschichte und Denkmalpflege Nörten-Hardenberg hatte eine kleine Holzkiste unterm Arm, als er bei der Fundberatung des Geologischen Museums der Universität Göttingen vorsprach. In der Kiste lagen auf Stroh gebettet fünf Steine unterschiedlicher Größe - vom kleinsten, etwa in Zitronengröße, bis hin zum größten in Baby-Ananas-Größe. Bemerkenswert, so Proffen, sei das verhältnismäßig große Gewicht der fünf Objekte. Der kleinste Stein bringt fast 200 Gramm, der größte fast ein Kilogramm auf die Waage.

Der Nörtener Björn Döhne stellte dem Geschichtsverein die fünf Steine, die er 2013 bei Arbeiten an seiner Garageneinfahrt gefunden hatte, zur Verfügung. Weit mehr solcher dunklen, abgerundeten Steine lagen in der Garageneinfahrt, die etwa 1975 mit Erdaushub aus dem Baugebiet Rothenberg aufgefüllt worden war. Einige seien zwiebelartig zerfallen, andere konnten gesichert werden.

Nach Betrachtung der Nörtener Steine bei der monatlichen Fundberatung des Geowisschenschaftlichen Museums der Uni Göttingen lautete das Fazit von Alexander Gehler, Kustos der Sammlungen am Geowissenschaftlichen Zentrum: „Es handelt sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht um Meteoritengestein.“ Üblicherweise würden Meteoriten wegen des hohen Eisenanteils schnell verwittern. Die Nörtener Fundstücke seien zwar leicht magnetisch, dennoch nannte Gehler einige Argumente, warum sie aber wohl doch nicht von einem Meteoriten stammen. Letzte Gewissheit soll nun eine genauere Analyse durch die Geowissenschaftler bringen. Dazu soll einer der Steine aufgeschnitten und untersucht werden.

Insgeheim hatten die Vereinsmitglieder gehofft, dass die Steine aus Döhnes Garageneinfahrt Überbleibsel des Nörtener Meteoritenfalls von 1580 stammen. Damit hätte das Ereignis unabhängig von verschiedenen historischen Quellen belegt werden können. „Wichtig ist,“ so Proffen, „dass wir zeigen, dass der Meteoritenfall wirklich stattgefunden hat“. Das hält Gehlen indes anhand eines Dokuments für sehr wahrscheinlich. Der damaligen Weender Pfarrers Joachim Kettler schrieb in einer umfangreichen Druckschrift nur zwei Monate nach dem Nörtener Meteoritenfall vom 27. Mai 1580 und den Folgen.

Meteoriten

Man unterscheidet drei Arten von Meteoriten. Steinmeteoriten machen mehr als 95 Prozent aller Meteoriten aus, haben einen bis zu 20prozentigen Metallanteil, sind aber sehr selten zu finden. Eisenmeteoriten –laut Wikipedia etwa fünf Prozent aller Meteoriten – bestehen aus einer Eisenlegierung und einem bis zu 20prozentigen Nickelanteil. Sie bestehen aus zwei verschiedenen Mineralien, die beim Schnitt charakteristische Widmanstätten-Strukturen bilden. Schließlich gibt es noch Stein-Eisen-Meteoriten, die mit etwa fünf Prozent nur einen geringen Anteil aller Meteoriten ausmachen. Bei der Frage, ob es sich bei einem Fundstück um einen echten Meteoriten handelt, kann eine Checkliste des Instituts für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt helfen: Ist das Objekt besonders schwer für seine Größe? Wird es von einem Magneten angezogen? Weist es eine matte Oberfläche und auf einer angeschliffenen Ecke metallischen Glanz auf? be

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Das Tanz-Team des TSC-Schwarz-Gold Göttingen