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Weltoffenheit von NRW bis Sachsen

Grüne demonstrieren gegen AfD-Veranstaltung Weltoffenheit von NRW bis Sachsen

Gut 60 AfD-Anhänger drinnen, ebenso viele Demonstranten draußen vor der Tür. Am Northeimer Münster und im Bürgerhaus standen sich am Freitagabend, getrennt durch nur einige Polizisten, die AfD und die Grüne Jugend gegenüber. Es blieb friedlich. Einzig die AfD-Ordner machten einen martialischen Eindruck.

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Mahnwache der Grünen Jugend in der Northeimer Innenstadt.

Quelle: Niklas Richter

Northeim. Draußen hielten es die jungen Grünen, unterstützt durch etliche Northeimer Bürger, im Nieselregen nicht lange aus. Die Mauer aus Pappkartons, auf die sie eine Bauanleitung zur Demontage der AfD geklebt hatten, weichte auf. Drinnen hingegen war die Mauer mit einer saalfüllenden Deutschlandfahne verhängt. Maik Schmidt für den Northeimer Kreisvorstand begrüßte die Hauptrednerin des Abends, Thüringens AfD-Landtagsabgeordneten und Vorsitzenden der Jungen Alternative, Wiebke Muhsal, die sich über „die Familienverhinderungs- und -zerstörungspolitik der Altparteien“ ausließ. Die Entstehung von Familien werde „systematisch verhindert“.

W. Muhsal

W. Muhsal

Quelle: Richter

Julien Wiesemann, neu im AfD-Landesvorstand in Sachsen, meinte, betonen zu müssen, seine Beziehung bestehe „zu einer Frau“. Jene, die da draußen demonstrierten, die „aus dem linken Sozialbiotop“, seien „Freunde mit der anderen Feldpostnummer“. Überhaupt mangelte es bei ihm an Worten wie „Nation, Vaterland und Patriotismus“ nicht. Er rechnet fest mit zweistelligen Ergebnissen der AfD bei allen Landtagswahlen „und dann auch in Berlin“. Obwohl dem einzigen eingelassenen Journalisten gar ein Platz reserviert war, fehlte auch das Wort „Pinocciopresse“ nicht. So bei Maik Schmidt, der glaubt, „wir sagen, was nicht gesagt werden darf“. Über den unabhängigen Landratskandidaten für Northeim, Jörg Richert, der die Unterstützung der AfD ausgeschlagen hatte, machte Schmidt sich lustig: „Das hat er jetzt davon - wer nicht will, der hat“. Richert kam mit 26 Prozent der Stimmen nicht in die Stichwahl.

Den meisten Applaus gab es bei Äußerungen wie „Merkel muss weg“. Und dass AfD-ler aus Sachsen bis Nordrhein-Westfalen nach Northeim gekommen waren, ist für diese „schon Weltoffenheit genug“.

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