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Hife für geflüchtete Jugendliche und Kinder

Fachtagung in Northeim Hife für geflüchtete Jugendliche und Kinder

1974 Flüchtlinge hat der Landkreis Northeim aufgenommen - bisher. 40 Prozent von ihnen sind Kinder und Jugendliche. Davon dürften 400 bis 500 in dem Alter sein, dem die Jugendpflege ein Angebot machen muss. Aber wie? Danach suchten 60 Mitarbeiter aus der Praxis in einer Fachtagung.

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Hauptreferentin der Tagung: Judith Rahner.

Quelle: Gückel

Northeim. Zwei Thesen bestimmten die Tagung. Eine hatte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) schon in ihrer Begrüßung vorgegeben: eine Haltung entwickeln. Denn die geforderte soziale und kulturelle Inklusion setze auch eine wertschätzende Einbeziehung derer voraus, die mit ganz anderem kulturellen Hintergrund, mit Sprachproblemen, Traumata und Fluchterlebnissen zu uns kommen, ergänzte später die Hauptreferentin, Judith Rahner von der Amadeu-Antonio-Stiftung aus Berlin. 

15-Punkte-Programm

Rahner lieferte die zweite These. Aus der Willkommenskultur müsse eine Willkommensstruktur werden. Diese aufzubauen, mühen sich derzeit viele Kommunen. Und weil überall ähnliche Fragen auftauchen, gibt die Stiftung den Jugendeinrichtungen ein 15-Punkte-Programm an die Hand.

Diese Willkommensstruktur, so Punkt eins, müsse als Bildungsauftrag angesehen werden, den alle mittragen. Was sofort die Frage nach einer kinder- und menschenrechtsorientierten Haltung des ganzen Teams aufwirft. Nicht selten erlebe sie, dass Vorurteile gegen Flüchtlinge nicht minder auch bei Mitarbeitern der Jugendpflege verfangen, oder diese zumindest keine passenden Antworten haben, wenn Jugendliche Pauschalurteile über Flüchtlinge abgeben. Punkt acht der Agenda etwa lautet: "Hetze gegen Geflüchtete und Rassismus klar entgegentreten".

Vielfältige Anforderungen

Die Referentin forderte auch auf, Ehrenamtliche mit einzubeziehen. Diese, so Rahner, wollten mehrheitlich nicht nur helfen, sondern mitgestalten. 

Wie vielfältig die Anforderungen für Jugendpflege und -einrichtungen sein werden, zeigt auch ein Blick auf die Herkunftsländer. 30 Prozent der geflüchteten Kinder und Jugendlichen stammen aus Syrien, 15 Prozent aus dem Irak, 13 Prozent aus Afghanistan, je etwa 4,5 Prozent aus Russland, Kosovo, Albanien oder Libanon.

Und unter den fast 2000 Flüchtlingen sind immerhin rund 80 unbegleitete Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren, fügte Northeims stellvertretender Bürgermeister Wolfgang Haendel hinzu.

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