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Streit um Straßensperrung in Edesheim

Klagen von Landwirten und Anwohnern Streit um Straßensperrung in Edesheim

Mindestens zweimal ist eine Straßensperrung in Edesheim niedergerissen und auf ein Feld geworfen worden. Bei einer anderen Gelegenheiten streute jemand Dachdeckernägel auf die Straße. Eine Autofahrerin fuhr sich einen Platten. Die Sperrung einer Straße spaltet den Ort Edesheim und seinen Ortsrat.

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Edesheim. „Seit Jahren nutzen Autofahrer aus Kalefeld, Echte und Bad Gandersheim, die Richtung Northeim fahren, die Straße Zum Wehberg als Abkürzung“, berichtet Anwohner Erwin Meyer. Die Kreisstraße sei deutlich länger und habe zudem scharfe Kurven. Wenn Northeimer Firmen Schichtwechsel hätten, sei die Verkehrsbelastung besonders stark. Viele Autofahrer missachteten zudem die Tempo-30-Regelung und würden – wie Messungen belegten – 60 bis zu 80 Kilometer pro Stunde fahren.

„Die schmale Straße, die zudem über keine Bürgersteige verfügt, ist für so einen Verkehr nicht ausgelegt“, sagt Meyer. Die Straße weise Risse auf. Regelmäßig entstünden Schlaglöcher. Bei einer Sanierung müssten Anwohner hohe Anliegerbeiträge bezahlen. Anwohner der Kreisstraße zahlten dagegen nur für die Herrichtung der Bürgersteige.

„Es musste in diesem Jahr etwas passieren“, betont Meyer. Die offizielle Umleitungsstrecke im Zuge des A7-Ausbaus bei Northeim, der im Mai begann, führe über Edesheim. Die Anwohner hätten daher, unterstützt vom alten Ortsrat, bei der Stadt die Straßensperrung im April durchgesetzt. „Lieber wäre uns eine Verkehrsberuhigung etwa mit Berliner Kissen oder die Ausweisung einer Spielstraße gewesen“, sagt Meyer. Die Stadt habe sich für die günstigste Variante entschieden. Sie habe zudem den parallel verlaufenden Koppelweg gesperrt, damit Autofahrer nicht auf diese Straße ausweichen.

Die Sperrungen spalten nun den Ort. Bewohner aus der angrenzenden Siedlung ärgern sich, weil sie bei Fahrten Richtung Norden einen Umweg machen müssen. „Anwohner der Kreisstraße beklagen sich über eine Zunahme des Verkehrs“, sagt das Northeimer Ratsmitglied Irnfried Rabe (FDP).

Proteste kamen zudem von den mehreren Landwirten im Ort. „Wir haben bis zu 80 Prozent unserer Flächen Richtung Kalefeld“, berichtet Landwirt Erich Hundertmark. Aufgrund der Sperrung müssten sie jetzt den steil ansteigenden Teil der Straße Zum Wehberg nehmen. Rüben fielen herunter. An der Einmündung setzten die schweren Fahrzeuge auf. Traktoren mit vollbeladenen Hängern könnten nach einem Stopp an der Kreisstraße eventuell nicht mehr anfahren. „Die Hänger ziehen sie gegebenenfalls zurück", warnt Hundertmark. Ein Kompromiss wäre, die Sperrung während der Ernte abzubauen. Jetzt vor der Gerstenernte warteten sie auf ein Signal aus Northeim.

Der im vergangenen September neu gewählte Ortsrat hat das Thema erneut aufgegriffen. 100 Besucher kamen zur jüngsten Sitzung in die Grundschule. Viele Meinungen prallten aufeinander. „Wir haben uns dann zurückgezogen und die Angelegenheit intern beraten“, berichtet der stellvertretende Ortsbürgermeister Ernst Winkler (Wählergemeinschaft Edesheim). Damit sei der Beschluss ungültig, stellte Northeims Justiziar auf einen Hinweis von Freidemokrat Rabe fest.

„Wir werden den Punkt erneut beraten“, kündigt Winkler an. Der Termin stehe noch nicht fest. Die Wählergemeinschaft, die alle acht Ortsratsmitglieder stelle, sei in der Frage gespalten. Sie hätten beschlossen, die Sperrung ein Jahr lang aufrechtzuerhalten und die Angelegenheit dann erneut zu prüfen.

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