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Musik aus dem Widerstand

Lieder von NS-Häftlingen in der Burg Hardeg Musik aus dem Widerstand

An den Mut vieler Menschen zum Widerstand gegen das Hitler-Regime hat das Quartett „Die Grenzgänger“ am Sonnabend im Muthaussaal der Hardegser Burg mit einem Konzert erinnert. Die Musiker präsentierten Lieder und Texte aus Lagern und Gefängnissen des NS-Staates und von Gegnern der sich anbahnenden Diktatur.

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Die Musiker präsentierten Lieder und Texte aus Lagern und Gefängnissen des NS-Staates und von Gegnern der sich anbahnenden Diktatur.

Quelle: CH

Hardegsen. Mit Gitarren, Cello, Akkordeon und Gesang boten „Die Grenzgänger“ eine manchmal düstere, manchmal kämpferische, manchmal sogar überraschend heitere, aber angesichts des historischen Hintergrundes fast immer bedrückende Zeitreise durch die 1920er bis 1940er Jahre in Deutschland. Virtuos vorgetragen erklangen Lieder aus den Lagern wie „Die Moorsoldaten“, das „Buchenwaldlied“ oder „Unser täglich Brot“.

Vor etwa 100 Besuchern zeigte sich „Grenzgänger“-Chef Michael Zachcial nicht nur als kraftvoller Sänger und als treibender Gitarrist, sondern auch als feinsinniger und hochinformativer Conferencier. Zachcial referierte zum historischen Hintergrund der Lieder und ihrer Entstehung, aber auch zur Nachwirkung der Songs, ihrer Komponisten und Interpreten in der Nachkriegszeit in Deutschland-West und Deutschland-Ost.

Zum Beispiel über den Klassiker „Lili Marleen“. Bereits 1915 schrieb der Dichter Hans Leip den Text, das Lied mit der Melodie von Norbert Schultze wurde aber erst in der von Lale Andersen 1939 gesungenen Version in Deutschland zum ersten Millionenerfolg der populären Musik wurde – bevor Reichspropagandaminister Joseph Goebbels das Lied im April 1942 verbot. In Hardegsen präsentierten „Die Grenzgänger“ auch ihre Version des klassischen deutschen Arbeiterliedes „Und weil der Mensch ein Mensch ist“ von Bertolt Brecht und Hanns Eisler - aber ohne Marschrhythmus wie im Original, sondern eher heiter-aufmüpfig.

Aus Anlass des 72jährigen Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee der Sowjetunion hatten die Gedenkstätte Moringen, der Verein Kunst und Kultur Northeim und die Kulturinitiative Hardegsen das Konzert mit den „Grenzgängern“ in der Burg Hardeg organisiert. Das Quartett wurde bereits fünfmal mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Zum Thema Lieder des Widerstands gegen das NS-Regime haben „Die Grenzgänger“ vor kurzem eine CD mit dem Titel „Und weil der Mensch ein Mensch ist“ herausgebracht – mit vielen Liedern aus dem Konzert.

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