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Rasanter Anstieg bei Taschendiebstählen

Kriminalstatistik 2015 Rasanter Anstieg bei Taschendiebstählen

Nach einem Jahrzehnt des Rückgangs steigen die Zahlen der Straftaten im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Northeim/Osterode wieder. Der Anstieg geht vor allem auf die deutlich erhöhte Zahl der Eigentumsdelikte zurück.

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Auch an Bushaltestellen ist mit Taschendieben zu rechnen.

Quelle: polizei-beratung.de

Northeim. Im vergangenen Jahr habe die Polizei 11591 Straftaten registriert, sagte Hans-Walter Rusteberg, Leiter der Polizeiinspektion am Montag bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für 2015. Das sind 364 Taten oder 3,24 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anstieg betrifft allein den Landkreis Northeim: Im Bereich Osterode ging die Zahl der Straftaten sogar etwas zurück.

Insgesamt steht Northeim/Osterode schlechter da als ganz Niedersachsen: Dort stieg die Zahl der Straftaten nur um 2,85 Prozent.

Die Zahl der schweren Diebstähle stieg im Jahresvergleich sogar von 1232 auf 1384 Fälle oder um gut zwölf Prozent. Besonders dramatisch entwickelte sich die Zahl der Taschendiebstähle. Die 107 Fälle des vergangenen Jahres bedeuten gegenüber den 66 Fällen im Jahr 2014 einen Zuwachs von gut 62 Prozent. Dabei habe der Klemmbretttrick, der vorher nicht mehr so häufig vorkam, seine Wiederauferstehung gefeiert, erklärte Kriminaldienstleiter Oliver Tschirner. Mit dieser Masche nähern sich die Täter Passanten und geben sich als Mitglieder von Hilfsorganisationen aus. Während der eine dem Opfer ein Klemmbrett mit einer Unterschriftenliste vors Gesicht hält, fingert der andere das Portemonnaie aus dessen Tasche.

Bei der Entwicklung der Zahl der Wohnungseinbrüche folgt die Region dem Landestrend. Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr 246 Fälle. Im Jahr 2014 waren es noch 187 gewesen. Auffällig sei, so Tschirner, dass die Zahl der Tageswohnungseinbrüche mit einem Plus von gut 54 Prozent deutlich schneller steige als diejenige der sonstigen Fälle, wo der Zuwachs nur 21 Prozent betrage.

Besser als im Landesdurchschnitt sieht es in der Region Northeim/Osterode bei der Aufklärungsquote aus: 67,23 gegenüber 61,17 Prozent. Dies sei allerdings kaum überraschend, meinte Rusteberg. Zum einen sei das seit Jahrzehnten so, zum anderen gebe es in der Region keine Großstadt, wo es regelmäßig ein höheres Aufkommen an Straftaten gebe.

Prävention verstärken

Die hohe Zahl von Wohnungseinbrüchen macht der Polizei weiterhin Sorgen. Sie will daher die Präventionsarbeit in diesem Bereich verstärken, kündigt Polizeichef Hans-Walter Rusteberg an.
Bereits im vergangenen Jahr habe die Polizei mit zahlreichen Streifenwagen an einem Tag um die 100 auffällige Fahrzeuge kontrolliert, um Einbrecher abzuschrecken. Rusteberg: „Jede verhinderte Straftat ist ein Gewinn.“
Außerdem setzen die Ermittler auf die Hilfe der Bevölkerung, die im Bereich Northeim/Osterode viele wichtige Hinweise liefere. Hier sei auch die Arbeit der Medien hilfreich, wenn sie bei Berichten über Straftaten die Bevölkerungaufrufe, verdächtige Beobachtungen der Polizei mitzuteilen, sagt Rusteberg. Auch im Bereich der Cyberkriminalität werde die Polizei ihre Präventionsarbeit verstärken, erklärt Rusteberg. Hier hatte es allerdings 2015 einen leichten Rückgang der Fallzahlen gegenüber dem Vorjahr gegeben.

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