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Kundgebung ohne „Freundeskreis“

„Bunt statt Braun Katlenburg-Lindau“ Kundgebung ohne „Freundeskreis“

Die Mahnwache des „Freundeskreises Thüringen / Niedersachsen“ ist nach einer Absage der Veranstalter am Sonntag ausgefallen. Bei der Kundgebung des Bündnisses „Bunt statt Braun Katlenburg-Lindau“ äußerte sich Pastor Uwe Brinkmann aus dem Leitungsteam des Kirchenkreises Harzer Land zum Thema „Flüchtlinge“.

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Pastor Uwe Brinkmann spricht zu den Teilnehmern der Kundgebung auf dem Lindauer Marktplatz.

Quelle: Vetter

Lindau. 60 Millionen Menschen auf der Welt könnten nach Vermutungen der Vereinten Nationen auf der Flucht vor Gewalt, Krieg, Terror und politischer Verfolgung sein, so Brinkmann während der Kundgebung, bei der die Polizei 100 Teilnehmer zählte. Kinder und Erwachsene würden vor Bildern und Verhältnissen fliehen, „die für sie nicht mehr tragbar sind“.

Es kämen Menschen „mit all ihren Facetten, Traumata, Schokoladenseiten und anstrengenden Angewohnheiten und mit ihrer Kultur, die anders ist, als unsere“, so Brinkmann, der deutlich machte, dass auch die deutsche Kultur ein „buntes Gemisch“ sei. Dieses Land mit so unterschiedlichen Kulturen habe als Grundkonsens die Grundrechte, die auch für Flüchtlinge gelten, dazu gehöre das Grundrecht auf Asyl. Brinkmann berichtete, dass in allen Regionen des Kirchenkreises die Erfahrungen mit Flüchtlingsunterkünften positiv seien.

An die Zuhörer appellierte er, „angstfrei auf die Menschen zuzugehen, die häufig aus der Angst kommen“. Es sei wichtig, ihnen zu erklären „wie wir das sehen mit einer toleranten Gesellschaft, die sich auf Grundrechte als Konsens“ stütze. Und ihnen zu sagen, „dass sie sich hier in Deutschland an die Grundrechte halten müssen“. Wichtig sei es ebenso, den Geschichten vom Krieg, von der Flucht, der Angst und von schönen Zeiten zuzuhören. „Dann werden diese Menschen beginnen, als Nachbarn mit uns zu leben, als Menschen, die gekommen sind, manchmal wunderbar, manchmal wunderlich, manchmal unbegreiflich, manchmal rätselhaft, aber immer Menschen.“

Zum Auftakt hatte es Lore Exner vom Lindauer Bündnis als „Teilerfolg“ bezeichnet, dass „die anderen, die Braunen, heute nicht hier sind“. Das Bündnis stehe für „Toleranz und Menschlichkeit“. „Wir wollen den Menschen, die in ihrer Not versuchen hierherzukommen und denken, dass sie bei uns sicher sind, die „helfende Hand geben“. Dagegen würde „die andere Seite“ Ängste schüren. Wenn die AfD und solche Menschen an die Macht kämen, „dann wird dieses Land anders aussehen“. 70 Jahre nach Ende des größten Unrechtsstaates auf deutschem Boden könne man das nicht wirklich wollen.

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