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Benefizveranstaltung zugunsten der Kapelle

Landesjugendchor gibt Konzert Benefizveranstaltung zugunsten der Kapelle

Ein A-Cappella-Konzert zugunsten der sanierungsbedürftigen Kapelle St. Johannis in Lütgenrode veranstalten sechs Sänger des Landesjugendchors Niedersachsen am Sonnabend, 26. August, um 18 Uhr. Die Lütgenroderin Katharina Keese, die dem Ensemble angehört, hat das Sommerkonzert angeregt.

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Lütgenrode. Organisiert wird der Auftritt des Chors von der Arbeitsgemeinschaft zum Erhalt der Kapelle, deren älteste Teile aus dem 14. Jahrhundert stammen. Die AG, die es seit Februar 2015 gibt, hat bereits Konzerte und andere Veranstaltungen ausgerichtet. 2016 besuchten am Tag der offenen Denkmals 40 Bürger das Gotteshaus, das zu den ältesten Sakralgebäuen der Region Göttingen gehört. „Wir wollen so auf die Bauprobleme aufmerksam machen und Geld für die Sanierung sammeln“, erklärt Kirchenvorsteherin Christine Busch.

Die Südwand beult sich aus. Zentimeterbreite Risse klaffen seit Jahren im alten Mauerwerk. Wasser dringt ein. Der Fußboden hebt sich. Hinterm Altar prankt ein großer Schimmelfleck an der Wand. „Der Zustand ist seit langem kritisch“, sagt Frank Wagner vom Göttinger Amt für Bau- und Kunstpflege, das der Landeskirche zuarbeitet. Im August war er zuletzt vor Ort. Mehr als 225.000 Euro werde die Sanierung kosten.

„Im Laufe von drei Jahren inspizieren wir alle Kirchen und Kapellen in unserem Bereich“, berichtet Wagner. In Absprache mit dem Bauauschuss des Kirchenkreises Göttingen werde eine Prioritätenliste erarbeitet. Der Kirchenkreisvorstand bewerte sie noch einmal kirchenpolitisch und leite sie dann unter Benennung der wichtigsten Maßnahmen an das Landeskirchenamt in Hannover weiter. Dort falle die entgültige Entscheidung. Lütgenrode habe bisher nie an der Spitze gestanden.

Kirchenvorsteherin Busch und andere Lutheraner im Ortes befürchten, dass irgendwann das Aus für die Kapelle kommt. „Es geht hoch her“, beobachtet Pastor Peter Lahmann, der die Kirchengemeinde Parensen-Lütgenrode betreut. Die Sorgen der Lutheraner in Lütgenrode sind nicht unbegründet. Der Kirchenkreistag denkt angesichts rückläufiger Zahlen bei den Kirchenmitgliedern darüber nach, einzelne der 112 Sakralgebäude aufzugeben.

Die Entscheidung darüber erfolgt auf der Basis von Gebäudebedarfsplänen. Unter Leitung des Kirchenkreisamtes wurde solch ein Plan bereits für die Pfarrhäuser erarbeitet. „Derzeit erstellen wir einen Bedarfsplan für die Gemeindehäuser“, sagt der zuständige Gebäudemanager Robert Philippi. Im kommenden Jahr würden sie voraussichtlich damit beginnen, einen solchen Plan gemeinsam mit der Landeskirche, dem Kirchenkreis und dessen zehn Regionen für Kirchen und Kapellen zu erarbeiten.

Kirchenvorsteherin Busch hofft, dass Lütgenrode dann nicht hinten herunterfällt. Von den 310 Einwohnern im Ort seien zwei Drittel evangelisch, schätzt sie. Zu den 15 Gottesdiensten im Jahr kämen in der Regel 15 Gläubige. Bei besonderen Anlässen sei die Kirche voll. Die Kapelle werde nicht zuletzt für die Handvoll Trauerfeiern im Jahr benötigt, da der nahe Friedhof über kein eigenes Gebäude verfüge. 3500 Euro hätte die AG bisher für die Sanierung des Gotteshauses gesammelt.

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