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Zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung

Marihuana an Jugendliche verkauft Zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung

Das Landgericht Göttingen hat am Dienstag einen 34-jährigen Mann aus Northeim, der zahlreiche Jugendliche mit Marihuana versorgt hatte, zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Als Auflage muss der Angeklagte eine Geldbuße von 1200 Euro zahlen.

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Quelle: dpa

Göttingen/Northeim. Das Gericht befand den gelernten Einzelhandelskaufmann des unerlaubten gewerbsmäßigen Handelns mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in zwei Fällen für schuldig. Mit seinem Urteil blieb die Kammer unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten gefordert hatte.

Bitten um Milde

Die Verteidigung plädierte dagegen auf eine 20-monatige Bewährungsstrafe. Der 34-Jährige selbst, der bis dahin ein völlig straffreies Leben geführt hatte, bat in seinem Schlusswort um eine milde Strafe.

Zu Beginn des Prozesses hatte er in einer von seinem Verteidiger Olaf Wiesemann verlesenen Erklärung ein umfassendes Geständnis abgelegt. Seinen Angaben zufolge war er in die Drogenszene hineingeraten, nachdem er seine Stelle in der Verwaltung des Northeimer Krankenhauses verloren hatte und arbeitslos geworden war.

Er habe dann fünf Cannabis-Pflanzen bei einem Bekannten in Osterode angebaut. Bei der ersten Ernte habe er 250 Gramm Marihuana gewonnen, bei der zweiten Ernte 150 Gramm. Die Drogen habe er in kleinen Mengen an diverse Abnehmer zum Preis von zehn Euro pro Gramm verkauft.

Am seidenen Faden

Ein Großteil seiner Kunden war unter 18 Jahren alt. Mindestens 155-mal habe der 34-Jährige Marihuana an Jugendliche verkauft, sagte der Vertreter der Staatsanwaltschaft. Deshalb könne man die Taten nicht mehr als minder schweren Fall bewerten. Das Gericht sah dies anders.

Dass der Angeklagte mit einer Bewährungsstrafe davon kam, habe allerdings „am seidenen Faden“ gehangen, sagte der Vorsitzende Richter August-Wilhelm Marahrens. Neben dem Geständnis habe man zugunsten des Angeklagten berücksichtigt, dass dieser keine harten Drogen und zudem immer nur kleine Mengen verkauft habe.

Von Heidi Niemann

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