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Heile wieder nach Hause kommen

Lkw-Sicherheitstage Heile wieder nach Hause kommen

Zum zwölften Mal veranstaltet der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) seit Mittwoch die zwölften Lkw-Sicherheitstage. Gemeinsam mit Polizei, Berufsgenossenschaft Verkehr (BG), Bundesamt für Güterverkehr und Rettungsdiensten informieren sie über Gefahren auf der Straße.

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Quelle: Hinzmann

Northeim. Wenige Meter entfernt vom Autohof Northeim, wo die Organisatoren ihren Parcour aufgebaut haben, hat sich wenige Stunden zuvor ein schwerer Lkw-Unfall ereignet. An einem Gigaliner hatte sich der Anhänger verselbstständigt und war unkontrolliert auf den Seitenstreifen gerollt. "Ein Materialfehler", berichtet Matthias Rink, Leiter der Autobahnpolizei Göttingen. Eher zufällig wurde niemand verletzt. Es war das erste Mal, dass seine Kollegen zu einem Einsatz mit einem dieser neuen Riesenlaster gerufen wurden. Unfälle mit dem normalen Schwerverkehr sind hingegen nicht so selten, wie es sich die Sicherheitsexperten wünschen würden.

Während der Sicherheitstage kreisen die Autobahnpolizisten mit dem Motorrad und holen nicht angeschnallte Trucker von der Autobahn. Wer dann mit gesenktem Blick im Gefolge der Polizisten auf den Autohof rollt, kann sich aussuchen, ob er zahlt oder sich in einen der Unfallsimulatoren setzt. Zur Auswahl stehen Überschlag oder Aufprall. "Die meisten sind mutig", sagt der GVN-Ehrenvorsitzender Klaus-Jürgen Kreike. Er ist einer der Väter der Sicherheitstage. Die Idee dazu sei vor Jahren beim Truckerstammstisch entstanden, erzählt er.

In diesem Moment kracht es im Hintergrund. Einer der gestoppten Gurt-Sünder ist mit ungebremster Wucht gegen die Attrappe einer LKW-Rückwand gekracht. Diesmal ist er angeschnallt. Der Schreck steht ihm dennoch ins Gesicht geschrieben. Der Simulator war nur zehn Stundenkilometer schnell. "Die meisten schätzen, dass es deutlich mehr ist", erzählt Verkehrssicherheitsmoderator Klaus Kuhn. Auch der aktuelle Crashtester vermutet "Tempo 25 bis 30". Dabei sei den wenigsten bewusst, dass sie unangeschnallt bei der Geschwindigkeit bereits mit großer Wahrscheinlichkeit lebensgefährlich verletzt wären, so Kuhn.

Viele der Berufskraftfahrer seien mit dem Selbstverständnis unterwegs, dass ihnen schon nichts passieren wird, sagt Polizeihauptkommissar Rink. Die Unfallstatistik beweise, dass das leider nicht stimmt. Für die beteiligten Organisationen der Lkw-Sicherheitstage gibt es eine gemeinsame Motivation. Kreike: "Wir wollen, dass die Fahrer heile wieder nach Hause kommen." ms

Am Donnerstag wird das Programm auf dem Autohof Northeim an der A7 in der Zeit von 12 bis 18 Uhr fortgesetzt.

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