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Einträgliches Geschäftsmodell

168 000 Euro Vorkasse - keine Lieferung Einträgliches Geschäftsmodell

Mit einem Geständnis der beiden Angeklagten hat im Landgericht der Prozess gegen zwei Männer aus Berlin begonnen, die sogenannte Fake-Shops im Internet betrieben, in 437 Fällen Zahlungen per Vorkasse abkassierten und die versprochene Ware in keinem einzigen Fall lieferten.

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Mit den so genannten Fake-Shops im Internet kassierten die Gauner Zahlungen per Vorkasse. Geliefert wurde nichts.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen/Northeim/Berlin. Der Fall wird nur deshalb in Göttingen verhandelt, weil erste Strafanzeigen aus dem Landkreis Northeim und aus Göttingen kamen und die Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung der Internet-Kriminalität aus Göttingen die bundeweiten Ermittlungen aufgenommen hatte. Der 26 Jahre alte Berliner A. hatte laut Anklage von November 2012 bis April 2015 zahlreiche Online-Shops neu aufgemacht und dafür unter falschen Personalien Konten bei verschiedenen Banken eingerichtet.

Der gleichaltrige Mitangeklagte C. gab zu, von Mai 2013 bis ebenfalls 13. April 2015 dabei geholfen und teils eigene Konten eröffnet zu haben. Laut Anklage hat A. 457 Vorkasse-Zahlungen in einer Höhe von 168 128 Euro erhalten. C. erhielt laut Anklage anfangs zehn Prozent der abgehobenen Geldbeträge, als er dem Mitangeklagten lediglich half, dessen Konten abzuräumen. Später stellte der Mitangeklagte eigene Konten zu Verfügung und habe von den dort eingehenden Beträgen aus den berügerischen Geschäften jeweils 25 Prozent erhalten.

Wie erst im August 2015 bekannt geworden war, hatten die Betrüger in den Fake-Shops mit Namen wie "pszocker.de" oder "buycafe" hochwertige Geräte wie Kaffeeautomaten, Elektronik oder Mobilelefone und auch Mororräder angeboten. Die Preise waren so günstig, dass viele Kunden sogar Vorkasse akzeptierten. Ware wurde danach nicht mehr geliefert.

Der Prozess hatte am Mittwoch zunächst mit Rechtsgesprächen zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung begonnen. Nach einer verfahrensabkürzenden Absprache und Zusagen von Höchststrafen (drei Jahre beziehungsweise ein Jahr auf Bewährung) legten die Angeklagten Geständisse ab. Auf die Idee des "einträglichen Geschäftsmodells" will der Haupttäter gekommen sein, als er im Fernsehen einen Verbraucherschutz-Bericht über Betrug im Internet gesehen habe.

Der Hauptangeklagte ist mehrfach vorbestraft, allerdings nur wegen mehrerer Beleidigungs-Fälle und Fahrens ohne Führerschein. Die Richter werden nun bis zum nächsten Verhandlungstag am 7. Oktober alle Einzelgeschäfte studieren. Schon am zweiten Prozesstag soll dann das Urteil gesprochen werden.

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