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Moringen: Missbrauch der Töchter "Quatsch"

Vater bestreitet Moringen: Missbrauch der Töchter "Quatsch"

14 Jahre nach dem mutmaßlichen Missbrauch der eigenen beiden Töchter muss sich seit Dienstag ein 51 Jahre alter Mann aus dem Raum Uslar vor dem Landgericht verantworten. Die Mädchen waren damals fünf beziehungsweise 13 Jahre alt. Der Angeklagte bestreitet die Taten.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen/Moringen. Zum Prozessauftakt sagte er, der Vorwurf "ist Quatsch". Er könne sich die Vorwürfe (schwerer sexueller Missbrauch von Kindern und von Schutzbefohlenen) nur so erklären, dass die jüngere Tochter den angeblichen Missbrauch behauptet habe, um nach dem Tod der Mutter nicht zurück zu ihm, dem Vater, zu müssen und lieber bei ihrem Onkel bleiben wollte. Die ältere Halbschwester, so glaubt er, unterstütze sie mit einer eigenen falschen Behauptung. Und der Onkel, Bruder seiner Frau, werde "schon darauf gedrängt" haben, dass die Mächen "dabei bleiben". Zwei Glaubwürdigkeitsgutachten über die Aussagen der Mädchen haben allerdings deren Glaubwürdigkeit bisher bestätigt. Sie bezeichnen die Schilderungen als erlebnisfundiert. Tatzeitraum sind laut Anklage die Jahre 2002 bis 2003.

Zum Prozessauftakt beleuchtete die Jugendschutzkammer zunächst die schwierigen Familienverhältnisse. Seine erste Ehefrau, mit der er die ältere Tochter hat, hatte ihn verlassen. Er heiratete dann deren Freundin und bekam mit ihr Sohn und Tochter. Letztere ist inzwischen 18. Sie wurde am Dienstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehört. Zur Tatzeit soll sie fünf oder sechs gewesen sein. Das Mädchen war zusammen mit dem Bruder 2002 beim Vater ausgezogen, nachdem die Mutter an Krebs gestorben war. Der Vater versuchte dann, die Kinder mit der Polizei aus dem Haushalt des Schwagers zu holen. Das Jugendamt schaltete sich ein; die Kinder blieben - wohl auch wegen der Missbrauchvorwürfe gegen den leiblichen Vater - bei der Verwandtschaft. Erst drei Jahre nach dieser Entscheidung, 14 Jahre nach den behaupteten Taten, kommt es jetzt zur Verhandlung der Vorwürfe.  

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