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Buntes Fest mit viel Musik

Rock gegen Rechts in Lindau Buntes Fest mit viel Musik

Rock, Ska, Pop, Punk und Reggae auf dem Hopfenberg: Für Festivalstimmung haben die regionalen Bündnisse gegen Rechts am Sonnabend in Lindau gesorgt. "Bunt rockt gegen Rechts" kombinierte Live-Musik mit Infoständen und Gelegenheit zu Gesprächen.

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Quelle: NE

Lindau. Den meisten der nach Veranstalterangaben rund 350 Gäste dürften insbesondere die ersten beiden Bands des Abends von Demonstrationen in Lindau und Duderstadt bekannt gewesen sein. Schon dort hatten Zeitlos aus Lindau und die Call:Boys aus Duderstadt Flagge gezeigt gegen rechtes Gedankengut und Lieder für Toleranz und Mitmenschlichkeit gespielt. In Lindau protestierten sie nicht mit Gitarren und Gesang gegen den "Freundeskreis Thüringen / Niedersachsen" oder die NPD wie in den vergangenen Monaten. Stattdessen unterhielten sie ein gut gelauntes Publikum, das nach und nach verstärkt den Weg auf den Hopfenberg und bei einsetzender Dunkelheit auch in die Konzerthalle fand.

"Gesicht zeigen" am Rande des Festivals

"Für uns war es in der Vorbereitung ganz wichtig, diese Bands dabei zu haben", erklärte Vera Engelhardt vom Bündnis "Bunt statt Braun" aus Katlenburg-Lindau. Drei Monate lang hätten sich die Bündnisse um die Vorbereitung gekümmert - gemeinsam, denn inzwischen kooperierten die Katlenburg-Lindauer mit den Adelebsern, Duderstädtern, Göttingern, Northeimern und Dransfeldern. Mit Unterstützung der Gemeinde Katlenburg-Lindau, des Lokalen Aktionsplans Northeim, des Landkreises Northeim, der Northeimer Werkstatt-Schule, von Basta, der Antifaschistischen Linken International und des Bundesprogramms "Demokratie leben" stellten sie das Programm zusammen, sorgten für Technik und Verpflegung und organisierten Helfer unter anderem für die Infostände im Außenbereich. Mit der Aktion "Gesicht zeigen" war das Bündnis "Duderstadt bleibt bunt" vertreten, Unterstützer sammelten Fotos und Statements gegen Rassismus und für Toleranz für eine Ausstellung in Duderstadt. Und die Bündnisse sorgten für Musik.

"Wie blöd du bist"

Den Einheizer gaben Zeitlos. Besonders ein Überraschungssong sei bei den Zuhörern angekommen, berichtete Engelhardt: "Wie blöd du bist" von Carolin Kebekus - ein Stück, in dem die Komikerin mit Neonazis abrechnet. Ebenfalls mit deutschen Texten reisten Hatless Cat aus Berlin an - und mit der vollen Ladung Party-Laune. Mit Ska und Reggae sorgten die Berliner für eine volle Tanzfläche. Auch diejenigen, die zuvor noch im Außenbereich des Freizeitgeländes gesessen hatten, fanden den Weg in die Halle, viele von ihnen direkt auf die Tanzfläche. Wenig überraschend forderten sie nach dem eigentlichen Programm Zugaben.
Ska und Spaß
Musikalisch in ähnlicher Linie unterwegs waren BNBoys aus Bad Nenndorf - politisch ohnehin. Sie spielten Ska und Punk mit humorvollen Texten und hohem Partyfaktor. Balkan Break Beat nennen Ego vs. Emo aus Göttingen ihren Sound, eine saxofonlastige, elektronisch unterstützte Mixtur aus Melodien mit Versatzstücken aus vielen Kulturen. Auch bei diesen Bands spielte der Spaßfaktor eine große Rolle - ganz im Sinne des Festivals, wie Organisatorin Silke Doepner sagte. Es sei an der Zeit gewesen, nicht nur auf die Rechten zu reagieren, sagte die Koordinatorin im Lokalen Aktionsplans Northeim. Es sei Zeit gewesen, zu feiern. "Ein buntes Fest mit bunten Gästen."

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