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Schütteln, sammeln, pressen

Apfelernte in Hardegsen Schütteln, sammeln, pressen

Seit fünf Jahren organisieren der Hardegser Umweltbeirat und die Familien- und Generationenbeauftragten der Stadt Hardegsen eine Apfelernte-Aktion. Nachdem alle Äpfel gepflückt und gesammelt wurden, werden sie zum Saftpressen gebracht.

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Gut geschützt mit Helm gönnt sich dieser junge Hardegser einen kleinen Snack zwischendurch.

Quelle: Hannah Scheiwe

Hardegsen. Seit fünf Jahren organisieren der Hardegser Umweltbeirat und die Familien- und Generationenbeauftragten der Stadt Hardegsen eine Apfelernte-Aktion. Nachdem alle Äpfel gepflückt und gesammelt wurden, werden sie zum Saftpressen gebracht.

Ein kalter Wind weht den Hardegser Feldweg mit den Apfelbäumen entlang. Doch das stört die Hardegser nicht. „Wir sind schlechtes Wetter bei der Aktion gewohnt“, sagt Ulrike Berghahn vom Hardegser Umweltbeirat, der die Apfelernte-Aktion mit Saftpressen seit fünf Jahren jährlich mit den Familien- und Generationenbeauftragten der Stadt Hardegsen organisiert.

Die rund 25 Hardegser, die am Sonnabend an dem Feldweg, der von der Langen Straße abgeht, zusammengekommen sind, sind gut vorbereitet: In dicken Jacken, mit Mützen und Handschuhen ausgerüstet, klettern die einen auf die Bäume und schütteln Äpfel herunter, die anderen sammeln sie aus der darunter ausgelegten Plane in Säcke auf. Ein paar der kleineren Kinder tragen Helme. „Besser ist das“, sagt die 37-jährige Julika Mehnert, die mit ihrem Mann und ihren Kindern da ist. „Sonst ist der schöne Vormittag schnell vorbei, wenn ein Apfel auf den Kopf fällt.“ Sie sei jetzt das zweite oder dritte Jahr mit dabei. Abgesehen vom gesellschaftlichen Aspekt – die Kinder spielen gemeinsam, die Erwachsenen quatschen bei der Arbeit – finde sie vor allem den Saft „total lecker“.

Kanister Apfelsaft als Dankeschön

„Jede Familie kriegt nach der Aktion einen Kanister Apfelsaft geschenkt“, erzählt Berghahn vom Umweltbeirat. Der restliche Saft könne gekauft werden. Denn nach getaner Arbeit geht es von den Apfelbäumen nach Harste zum Apfelsaft pressen. „Da picknicken wir dann immer noch“, erzählt Berghahn.

Auch den beteiligten Hardegsern scheint vor allem der Gemeinschaftsaspekt wichtig zu sein: „Im ersten Jahr kannte ich noch niemanden, jetzt kenne ich eigentlich alle“, erzählt Julia Reimelt, die mit ihrer Tochter und einer Freundin der Tochter zum Äpfel plücken gekommen ist. Sie sei schon seit dem ersten Jahr dabei. „Bei dem Wetter würde ich alleine keine Äpfel pflücken gehen, aber wegen der Gemeinschaft macht man es gern“, sagt sie. Gemeinsam mit Mali Kimete, die ebenfalls mit ihrem Mann und ihrer Tochter da ist, sammelt sie gerade Äpfel von einer Plane.

Rund 40 Apfelbäume

Dieses Jahr seien es weniger Äpfel als sonst, sagt Berghahn. „An sechs Bäumen ist noch so viel dran, dass man es ernten kann“, sagt sie. Insgesamt stünden an dem Feldweg rund 40 Apfelbäume. „Wir haben uns gedacht, dass es zu schade ist, wenn die Äpfel nicht geerntet werden“, erklärt sie, wie es damals zu der Idee für die Aktion gekommen sei.

Rund 20 Säcke sind schlussendlich zusammengekommen – und werden auf einem Anhänger nach Harste zum Pressen gefahren. „In einen Sack passen etwa 40 Kilogramm Äpfel“, sagt Berghahn, „ich schätze es sind jetzt so 600 bis 700 Kilogramm Äpfel zusammengekommen“. Schließlich sei nicht jeder Sack komplett voll. Beim Pressen würde dann etwa drei Viertel der Menge an Saft herauskommen – auf jeden Fall genug für die Hardegser Familien, die sich so noch eine Weile beim Apfelsafttrinken zu Hause an die Aktion erinnern können.

Von Hannah Scheiwe

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