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Funde, Manuskripte und Vorträge

Tagung südniedersächsischer Heimatforscher in Northeim Funde, Manuskripte und Vorträge

Rund 50 Mitglieder der „Arbeitsgemeinschaft für Südniedersächsische Heimatforschung“ haben am Sonnabend in der Northeimer Stadthalle an der Frühjahrstagung des Vereins teilgenommen. Sie lauschten Vorträgen, sichteten neue Literatur und stellten selbstgeschriebene Manuskripte und Funde vor.

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Berichtete über seinen Dienst an der innerdeutschen Grenze: der ehemalige BGS- und Zollbeamte Rudolf Zietz.

Quelle: hr

Northeim. Die Arbeitsgemeinschaft deckt ein weites Feld ab, befasst sich unter anderem mit Geschichte, Archäologie, Denkmalpflege, Literatur und Familienforschung. Dementsprechend breit war die Palette der Vorträge. Barbara Ehrt berichtete über neue Deutungen des Bildes des knienden Kaisers im Huldigungsaal des Goslarer Rathauses, während Stefan Teuber über Einbecker und Northeimer Ofenkacheln aus der Renaissance referierte. Emotional war der Vortrag von Rudolf Zietz.

Der 77-jährige Herzberger sprach über seinen Dienst als BGS- und später Zollbeamter an der innerdeutschen Grenze. Er erzählte von einem toten 17-jährigen Flüchtling, dem ein Geschoss die Brust zerfetzt hatte, von einem Stasi-Spion, der kurz nach seiner Enttarnung mangels Haftgründen wieder freigelassen werden musste, von betrunkenen Touristenhorden, die sich an den Grenzanlagen selbst in Gefahr brachten und von zwei zunächst verdächtigen jungen Frauen, die er und sein Kamerad wenige Jahre später heirateten.

Einem aktuellen Thema war Gerd Busses Vortrag gewidmet: „Windenergieausbau verändert Südniedersachsen“. Letzteres sei mit der Umgestaltung der Landschaft durch die Industrialisierung um 1900 herum zu vergleichen, sagt der Ortsheimatpfleger von Esebeck. Er fürchtet „technische Überfremdung, optische Bedrängung sowie einen Verlust der Stille“ und betont, dass der Mensch eine freie, offene Landschaft für sein Wohlbefinden brauche. Die Windenergie könne höchstens fünf Prozent des bundesdeutschen Energiebedarfs decken, glaubt der promovierte Geograph und propagiert stattdessen den flächendeckenden Ausbau von Kraft-Wärme-Kopplung, die Nutzung von Geothermie, die Passivenergie-Bauweise sowie Photovoltaik und Solarthermie.

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