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Gedächtnislücken sorgen für Turbulenzen

Theatergruppe Lindau Gedächtnislücken sorgen für Turbulenzen

Die Kolpingsfamilie Lindau hat das katholische Pfarrheim des Ortes in ein Theater verwandelt. Die Laienschauspieler zeigten am Freitag erstmals ihr neues Stück „Die Gedächtnislücke“, das im Bürgermeisterbüro einer Provinzstadt spielt.

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Die Theatergruppe der Kolpingsfamilie Lindau zeigt den Dreiakter „Die Gedächtnislücke’.

Quelle: Niklas Richter

Lindau. Der Auftakt war ungewöhnlich: Regisseurin und Gruppengründerin Marion Linnekuhl trat vor den Vorhang, erzählte eine Episode aus ihrem Leben und schuf damit eine Verbindung zum Stück. „Vier Wochen meines Arbeitslebens, an die ich mich nicht so gerne zurückerinnere, habe ich auch im öffentlichen Arbeitsdienst gearbeitet“, sagte sie. In der Dienststelle, in der sie tätig gewesen sei, müssten alle Beamtenwitze entstanden seien. Sie habe sich zu Tode gelangweilt und nach einem Monat „entnervt die Kurve gekratzt“. Wäre es dort so zugegangen wie in dem Dreiakter, würde sie heute noch arbeiten, betonte Linnekuhl, bevor sich der Vorhang öffnete und ein turbulentes Geschehen seinen Lauf nahm.

Stressgeplagter Bürgemeister spielt wichtige Rolle

Eine wichtige Rolle spielte der stressgeplagte und vom Pech verfolgte Bürgermeister Franz Kübele. Zuerst vergaß er den Hochzeitstag seiner Frau und musste sich die Vorwürfe seiner Gattin anhören. Dann kreuzte das überkandidelte Ehepaar Silberstein auf, um sich über einen krähenden Hahn, die probende Blaskapelle und die läutenden Kirchturmglocken zu beschweren. Der Versuch, die Glocken abzuhängen, ging schief, Franz erhielt einen Schlag auf den Kopf, der ihm das Gedächtnis für die kommenden fünf Jahre raubte.

Der gerissene Amtsdiener Sepp nutzte die Situation für seine Beförderung. Sekretärin Hannelore trug mit einer Heiratsanzeige dazu bei, dass die Situation weiter eskalierte. Nach vielen Wendungen gab es schließlich ein Happy-end. Damit auch alle erfuhren, was sich dort abspielte, erkaufte sich die Schwatzbase Emma vom Lädchen nebenan die jeweils neuesten aber nicht unbedingt zutreffenden Gerüchte mit kleinen „Geschenken“.

Quelle: Niklas Richter

Kräftiger Beifall belohnte das Ensemble, zu dem Martin Linnekuhl, Valentina Ostkamp, Godehard Brodhun, Jessica Bierbaum, Andrea Hellmann, Lukas Scholtyssek, Edeltraud Kopp, Dieter Meusel, Jörg Kroiß und Gisela Jahns gehörten. Die Rollen der Souffleusen übernahmen Elke Scholtyssek und Martina Fahlbusch.

Zwei Treffen in der Woche

„Wir hatten im Juli mit den Proben begonnen, seit vergangener Woche trafen wir uns zweimal in der Woche“, berichtete Regisseurin Linnekuhl. Sie habe den theaterbegeisterten Mitspielern drei Stücke vorgeschlagen, aus denen sie das Werk von Bernd Gombold ausgewählt hätten, „weil es sehr lustig ist“.

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Die Theatergruppe der Kolpingsfamilie zeigt im katholischen Pfarrheim das Stück „Die Gedächtnislücke“ von Bernd Gambold.

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Die Aufführungen des Lindauer Ensembles sind längst Kult in der Region. Die Zuschauer kämen aus einem Umkreis von Göttingen bis zum Harz, lautet die Erfahrung von Linnekuhl. Nach den Besuchen von Aufführungen der Kolpingsfamilie Bilshausen sei bei ihr vor 16 Jahren der Wunsch gewachsen, auch in Lindau eine Theatergruppe ins Leben zu rufen. Sie habe Mitglieder der Kolpingfamilie angesprochen, ein Zeitungsinserat geschaltet und sei auf potenzielle Mitspieler zugegangen. Es hätten sich genügend Darsteller gefunden und schon das erste Stück „Endlich Feierabend“ habe die Zuschauer begeistert. Jetzt stehe die Gruppe aber vor einem Umbruch. So wie sie würden sieben weitere Mitspieler aufhören. „Wenn das Adrenalin da ist und man sieht, dass es den Zuschauern gefällt, ist es am schönsten gewesen“, lautet ihr Fazit.

Quelle: Niklas Richter

Weitere Aufführungstermine von „Die Gedächtnislücke“ im Pfarrheim in Lindau sind am Freitag, 3. November, Sonnabend, 4. November, jeweils um 20 Uhr und am Sonntag, 5. November, um 16 Uhr. Karten gibt es in der Bäckerei Kopp in Lindau.

Von Axel Artmann

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