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Türkische Gemeinde veranstaltet Fest in Northeim

Ölringer, Janitscharen und Folklore Türkische Gemeinde veranstaltet Fest in Northeim

Das hat es in Südniedersachsen noch nicht gegeben. Ein Fest mit Ölringern, Janitscharen-Kapelle und Folkoretänzern richtete die türkisch-islamische Ditib-Gemeinde am Pfingstsonntag im Northeimer Eintracht-Stadion aus. Mehr als 2000 Besucher kamen.

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Ein Fest mit Ölringern, Janitscharen-Kapelle und Folkoretänzern richtet die türkisch-islamische Ditib-Gemeinde am Pfingstsonntag im Northeimer Eintracht-Stadion aus.

Quelle: Wenzel

Northeim. Die muskulösen Körper triefen vor Öl. Nur mit einer knielangen Lederhose bekleidet stehen sich die Ringer auf dem Rasen lauernd gegenüber. Sie versuchen einander an den Köpfen zu packen, schnappen sich am Hosenbund, reißen sich die Füße weg. Gewonnen hat, wer den Gegner auf den Rücken wirft. Dicht gedrängt sitzt das überwiegend türkische Publikum, das zum Teil aus den umliegenden Städten und Gemeinden angereist ist, auf der Tribüne. Die Männer fordern einander scherzend auf, gegen die Ringer unten im Stadion anzutreten. Frauen mit und ohne Kopftuch filmen unterdessen mit ihren Smartphones die vier durchtrainierten Sportler.

Mit Pauken und Trompeten

„Ölringen ist ein türkischer Nationalsport“, berichtet Trainer Talat Celik aus der Stadt Edirne. Fast jedes Jahr käme er im Sommer mit den besten seiner 100 Schüler nach Deutschland. Sie würden auch in anderen europäischen Staaten sowie im Kaukasus und sogar in Japan auftreten. Nächste Station ihrer diesjährigen Tournee sei Bulgarien.

In langer Prozession ziehen die 21 Musiker der Berliner Janitscharen-Kapelle Mehter Takimi ins Stadion ein. Vorne weg schreitet würdig in rotem Umhang und goldenem Turban der Sultan. Ihm folgen die Träger der Fahnen. Eine ist grün und zeigt das islamische Glaubensbekenntnis. Dann kommen die Musiker mit Kesselpauken und Schellen, Trompeten und Oboen. Im Halbkreis bauen sie sich vor ihrem Publikum auf. Zum anfeuernden Klang der Instrumente singen die Berliner von der Eroberung des Balkans durch das Eliteregiment der Janitscharen. Sie preisen Allah und den Propheten Mohammed.

Regen und Sonnenschein

Mit den Besucherzahlen zeigt sich Müfit Pürtelas vom Organisationsteam zufrieden, auch wenn die Gemeinde mit mehr Gästen gerechnet hat. „Unsere größter Gegner ist das Wetter gewesen“, erklärt Organisator Izzet Dursun. Kühl ist der Sonntag. Auf Sonnenschein folgen mehrmals Regenschauer.

Andere Gemeinden helfen

Mit Unterstützung anderer Ditib-Gemeinden in Südniedersachsen stemmten die Northeimer die Großverantstaltung Am Rhumekanal. Die Helfer backten an den zahlreichen Essensständen türkische Pizza, grillten Fleischspieße oder frittierten Fisch und Spiralkartoffeln. Seit 2009 richten die Northeimer Feste aus, doch an so ein großes Event wagten sie sich erstmals. mic

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