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Überwältigende Hilfsbereitschaft

Bürgerfrühstück: Ein Jahr Runder Tisch für Flüchtlinge in Hardegsen Überwältigende Hilfsbereitschaft

Ein Jahr Hardegser Flüchtlingshilfe: Grund für die Stadt, mit einem Bürgerfrühstück am Sonntag das vielfältige ehrenamtliche Engagement zu feiern. 52 Flüchtlinge leben derzeit im Gebiet der Kommune, 40 davon in der Stadt. 

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Bei der Frühstücksfeier am Sonntagmorgen in der Burg erinnerte Hardegsens Bürgermeister Michael Kaiser an die Anfänge vor einem Jahr, noch vor der großen Flüchtlingswelle.

Quelle: PH

Hardegsen. Bei der Frühstücksfeier am Sonntagmorgen in der Burg erinnerte Hardegsens Bürgermeister Michael Kaiser an die Anfänge vor einem Jahr, noch vor der großen Flüchtlingswelle.

Eine syrische Familie, die sich zuvor nach Bulgarien geflüchtet hatte, dort aber misshandelt worden sei, kam damals in der evangelischen Gemeinde Hardegsen im Kirchenasyl unter. Schnell hätten sich viele Unterstützer gefunden, die mit der Gründung eines „Runden Tisches“ Mitte Februar 2015 eine organisatorische Form bekam.

Aus diesem Runden Tisch stellten sich mehrere Aktivisten vor – von Deutschlehrern über Fahrer, die Flüchtlinge zu notwendigen Terminen oder zur Uslarer Tafel bringen, bis hin zu „Lotsen“, an die sich Geflüchtete bei akuten Problemen schnell wenden können.

Pastor Bernd Ranke sagte, er sei „überwältigt von der großen Hilfsbereitschaft der Bürger“. Ein Beispiel: ein Mann aus Syrien, der sich habe verloben wollen, sich aber wegen seiner schlechten Zähne schämte. Die Hilfe kam in Gestalt eines Zahnarztes, der ihm sein Gebiss absolut partnerschaftstauglich und dazu auch noch kostenfrei hergerichtet habe.

Auch einer der in Hardegsen lebenden Flüchtlinge kam zu Wort. Aman Peerzad aus Afghanistan räumte mit der Behauptung nicht weniger deutscher Politiker auf, sein Heimatland sei sicher, Flüchtlinge könnten dorthin ohne Gefahr zurückgeschickt werden. Weil er in Afghanistan als Staatsanwalt „Gangster und auch Taliban“ angeklagt habe, sei er mehrfach mit dem Tode bedroht worden.

Die Drohungen seien so ernsthaft geworden, „dass ich fliehen musste. Materielle Gründe dafür gab es nicht. Ich hatte in Afghanistan ein schönes Haus, ein sehr gutes Einkommen und ein tolles Auto, einfach alles. Nur Gerechtigkeit und Sicherheit für mein Leben, die hatte ich nicht.“

Danach wurde es heiterer: Helfer, Gäste und Flüchtlinge bedienten sich gern und ausgiebig am reichhaltigen Buffet.

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