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Bürger wünschen sich immer ein offenes Ohr

Bürgermeisterwahl in Nörten-Hardenberg Bürger wünschen sich immer ein offenes Ohr

7027 Bürger im Flecken Nörten-Hardenberg sind bei der Kommunalwahl am 11. September wahlberechtigt. Außer Gemeinde- und Ortsräten wählen sie auch eine neue Bürgermeisterin. Einzige Kandidatin ist Hauptamtsleiterin Susanne Glombitza. Die Bürger erwarten von ihr vor allem „ein offenes Ohr“.

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Welche Erwartungen haben Sie an Ihre neue Bürgermeisterin? Diese Frage stellte die Tageblatt-Redaktion Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Nörten-Hardenberg. Welche Erwartungen haben Sie an Ihre neue Bürgermeisterin? Diese Frage stellte die Tageblatt-Redaktion Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Zum Beispiel den jungen Leuten, die an einem Abend auf der Bank vor dem Rathaus sitzen. „Mehr Platz für Jugendliche, wo man sich treffen kann“, sagt eine 16-Jährige, die lieber anonym bleiben möchte. „Am Rathaus öffentliche Toiletten, eine Steckdose und vielleicht einen Getränkespender“, ergänzt der ebenfalls 16 Jahre alte Luka Würfel, und Oscar Trojan wünscht sich „einen öffentlichen Automaten für Schokoriegel, damit man nicht immer zur Tanke laufen muss.“

Lars-Kristian Kovdal

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Praktisch denkt auch Annette Arlt, Anwohnerin an der Langen Straße im Altdorf Nörtens. Genau dort müssten mehr Parkmöglichkeiten geschaffen werden, damit Anwohner nicht immer Knöllchen kassieren. „Bürgernähe“ sollte die neue Bürgermeisterin nach Ansicht der Vorsitzenden des VdK Nörten-Hardenberg, Karin Müller, beherzigen. Und Detlef Ott, Teammanager des SSV Nörten-Hardenberg, hält es für besonders wichtig, „dass die Mitarbeiter und Gerätschaften des Bauhofes aufgestockt werden“. Die Pflege der Grünanlagen lasse zu wünschen übrig, so Ott und nennt als Beispiel den Sportplatz in Nörten, „der für viel Geld umgebaut wurde und nun selbst auf der Aschenbahn vergrünt“.

„Immer ein offenes Ohr“ sollte die Bürgermeisterin haben. Das ist nicht nur den Vereinen wichtig. Unterstützung für Vereinsbelange und eine gleichberechtigte Förderung der Vereine, „soweit es politisch und finanziell möglich ist“ wünschen sich zum Beispiel die Vorsitzenden der VSSG Sudershausen, Lars-Kristian Kovdal, und Holger Froböse vom Musikverein Wolbrechtshausen. Seien es doch gerade die Vereine, die das kulturelle Leben erhalten, meint Froböse. Kovdal wünscht sich „eine Bürgermeisterin, die Politik für die gesamte Gemeinde macht, sich für alle Ortschaften interessiert“.

Bei Problemen gemeinsam nach Lösungen zu suchen und dabei auch Kompromissbereitschaft zu zeigen, sind weitere Kriterien, die nach Ansicht der Menschen eine Bürgermeisterin erfüllen sollte. Karin Müller zum Beispiel hofft, dass es Glombitza gelingen werde, bei Problemen auf den Rat einzuwirken, damit es nicht zu einer Blockadehaltung wie etwa in Moringen komme.

Melanie Haase von der Flüchtlingsinitiative in Nörten-Hardenberg hält „eine konsequente Weitergabe von Informationen und das Bereitstellen von Netzwerken“ für wichtig. „Für eine gelingende Integration der neuen Mitbürger ist es zudem unerlässlich, dass das gesellschaftliche Klima dies auch zulässt.“ Dafür könne die Bürgermeisterin einen wichtigen Beitrag leisten.

Dieter Brauch, Geschäftsführer der Parenser Firma Pilosith, hofft, dass die neue Bürgermeisterin „mit solchem Elan“ an das Amt herangehe, „wie ihre Vorgänger“, damit in Nörten-Hardenberg weiter wirtschaftlicher Aufschwung erzeugt werde. Die Verwaltungschefin sollte nach Auffassung Brauchs die Standortvorteile Nörtens, nämlich eine moderne Wirtschaft, wertvolles historisches Fachwerk und schließlich eine ländliche, familienfreundliche Umgebung, weiterhin stützen.

Bürgermeisterwahl

Die Wahlberechtigten des Fleckens Nörten-Hardenberg wählen am 11. September auch ihre Bürgermeisterin. Einzige Kandidatin ist Susanne Glombitza. Die 50 Jahre alte Diplomverwaltungswirtin ist bereits seit März 2012 in der Nörtener Verwaltung tätig – als allgemeine Bürgermeistervertreterin und als Hauptamtsleiterin. Amtsvorgängerin Astrid Klinkert-Kittel war im März zur Landrätin im Landkreis Northeim gewählt worden. Glombitza wird von allen Parteien im Gemeinderat unterstützt

„Ich hätte lieber eine Wahl gehabt“

Im Mai hatten die Parteien im Gemeinderat ihre Unterstützung für Susanne Glombitza als Kandidatin für den Chef-Sessel im Rathaus verkündet. Nach Ablauf der Bewerbungsfrist stand fest: die 50-jährige Diplom-Verwaltungswirtin bleibt die einzige Bewerberin. Hätten Sie lieber eine Wahl gehabt? Das wollte das Tageblatt von Bürgern wissen. Unterschiedlich fielen die Antworten der Befragten aus.

Lars-Kristian Kovdal, Vorsitzender der VSSG Sudershausen, meint: „Es macht aus meiner Sicht Politik in der Gemeinde einfacher, wenn die Parteien sich auf einen Kandidaten geeinigt haben.“ Dass es nur eine Bewerberin um den Bürgermeisterposten gibt, findet die Nörtenerin Walentina Paswerg „in Ordnung“, und auch Dieter Brauch, Geschäftsführer der Parenser Firma Pilosith sieht das so. Keinen Kommentar zur Wahl des Bürgermeisters abgeben wollte Pfarrer Andreas Körner von der Katholischen Pfarrgemeinde St. Martin in Nörten. „Das könnte als Einflussnahme seitens der Kirche verstanden werden“, argumentiert er. Die 21-jährige Lena Röskens sagt: „Ich hätte lieber eine Wahl gehabt.“ Dann hätte man eventuell auch anhand von verschiedenen Konzepten entscheiden können.

Mehrere Kandidaten wären „im Sinne der Demokratie sicher besser gewesen“, meint auch Melanie Haase, die sich in der Flüchtlingsinitiative Nörten engagiert. Damit würde es auch zu einem „Wettstreit der um die guten Ideen kommen“, sagt Haase, „und die Kandidaten müssen klare Positionen beziehen“. Wenn sich Glombitza im Falle eines Gegenkandidaten als die „am besten Geeignete herausgestellt hätte, wäre es doch auch für sie eine Bestätigung gewesen. So bleibt die Frage vorerst offen“, gibt Detlef Ott, Teammanager beim SSV Nörten-Hardenberg zu bedenken. be

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