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Vectoring im Visier der EU-Kommission

Breitbandausbau Vectoring im Visier der EU-Kommission

Die Europäische Kommission hat eine Überprüfung angekündigt, ob der von der Deutschen Telekom geplante Ausbau ihres Netzes mit Vectoring-Technologie dem EU-Recht entspricht. Das habe keine Auswirkungen auf die Aktivitäten in Südniedersachsen, teilt die Telekom auf Tageblatt-Anfrage mit.

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Quelle: Archiv

Göttingen/Northeim. Vor einigen Tagen hat der EU-Kommissar für digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Günther Oettinger, die anstehende Überprüfung der Vectoring-Pläne der Telekom begründet. Es solle sichergestellt werden, dass EU-Recht nicht verletzt werde. Ziel sei es, einen Ausbau der Netze und einen qualitativ hochwertigen Zugang für Wettberwerber zu ermöglichen.

Wahrscheinlich erheblich einschränkend

Die Kommission erkenne an, heißt es in der Mitteilung, „dass der Vorschlag der Bundesnetzagentur zu höheren Breitbandgeschwindigkeiten in ganz Deutschland führen und dass es für 1,4 Millionen Haushalte erstmals Verbindungsgeschwindigkeiten von über 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) bereitstellen würde“. Allerdings, so vermutet die EU-Kommission, scheine der Vorschlag in seiner jetzigen Form „wahrscheinlich eine erheblich einschränkende Wirkung auf alternative Betreiber zu haben“.

Erst im April hatte die Telekom verkündet, im Rahmen ihres Ausbauprogramms Lenglern, Harste und Emmenhausen großflächig mit VDSL-Anschlüssen auszustatten und durch die sogenannte Vectoring-Technologie Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s zu ermöglichen.

Was ist Vectoring?

Vectoring. Mit dieser Technologie können Kupfernetze ausgebaut werden, um höhere Breitband-Geschwindigkeiten zu erreichen. Es wird anstelle von Glasfaser-Netzwerken als Zwischenlösung verwendet. Die derzeitige Technologie funktioniert nur, wenn sie auf ein ganzes Bündel von Kupferkabeln angewendet wird.

Laut Telekom werden beim Vectoring elektromagnetische Störungen, die auf der Kupferleitung auftreten, beseitigt. Ein Datenvolumen von 700 Megabyte benötigt laut Telekom für den Upload bei einem DSL-Anschluss (1 Mbit/s) 1 Stunde, 37 Min. und 52 Sek., beim Kabelanschluss (6 Mbit/s) 16 Min. und 19 Sek., bei VDSL (10 Mbit/s) 9 Min. und 47 Sek. und beim Vectoring-Anschluss (40 Mbit/s) 2 Min. und 27 Sek.. be

Was bedeutet die nun von den Wettbewerbshütern der EU angekündigten Überprüfung der Telekom-Vectoring-Pläne für die Region? „Die Entscheidung der EU-Kommission zum Thema Nahbereich hat keine Auswirkungen auf Bovenden“, versichert Unternehmenssprecherin Stefanie Halle.

Hier handle es sich „um einen Eigenausbau“ und betreffe nicht das schwebende Verfahren zum Nahbereich. Eigenausbau bedeute, dass die Kommune nichts dazu zahle und die Ausbaumaßnahme kein geförderter Ausbau sei. In diesem und im nächsten Jahr will die Telekom folgende Kommunen im Eigenausbau ans schnelle Internet bringen: Bad Grund, Bad Sachsa, Bad Lauterberg, Osterode, Duderstadt, Bovenden-Lenglern, Dransfeld, Witzenhausen, Einbeck, Hardegsen, Uslar, Nörten-Hardenberg, Bad Gandersheim und Northeim.

Ausschreibung für Göttingen und Northeim noch offen

Der Landkreis Northeim schreibe den Breitbandausbau gerade aus und die Telekom beteilige sich. Göttingen und Osterode führen laut Halle derzeit ein Interessenbekundungsverfahren durch. Ob eine Ausschreibung folge, bleibe abzuwarten.

Grundsätzlich hält Halle vor allem die Menschen in den ländlichen Regionen in Deutschland für die Leidtragenden der Kommissionsentscheidung. Auch die Wettbewerber auf dem Netz der Telekom hätten das Nachsehen, heißt es. Solange Vectoring im Nahbereich nicht einsetzbar sei, „bleiben viele Gebiete im Monopol der Kabelnetzbetreiber und wettbewerbliche Angebote bis auf Weiteres ausgeschlossen. Zugleich ist auch unser Beitrag zur Erreichung der Breitbandziele der Bundesregierung gefährdet“.

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