Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Nächtliche Gewaltattacke vor Wohnungstür

Wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht Nächtliche Gewaltattacke vor Wohnungstür

Wegen einer nächtlichen Gewaltattacke muss sich ein 29-Jähriger vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Der Angeklagte soll in einem Wohnhaus in Nörten-Hardenberg derart massiv auf einen 43-Jährigen eingeschlagen haben, dass dieser eine Vielzahl von Verletzungen am Kopf, im Gesicht und im Rückenbereich erlitt.

Voriger Artikel
Klassen für Sauberkeit ausgezeichnet
Nächster Artikel
Planenschlitzer erbeuten medizinische Geräte
Quelle: dpa

Göttingen/Nörten-Hardenberg. Die Staatsanwaltschaft hat den 29-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Sie wirft ihm vor, den Tod des 43-Jährigen zumindest billigend in Kauf genommen zu haben. Der 29-Jährige war kurz nach der Tat festgenommen worden, er sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Neuen Wein an der Tür verlangt

Laut Anklage hatte sich die Tat gegen 1.45 Uhr ereignet. Der 29-Jährige soll vorher gemeinsam mit dem späteren Opfer in der Wohnung eines weiteren Zeugen erhebliche Mengen Alkohol getrunken haben. Nachdem der 43-Jährige in seine eigene Wohnung gegangen war, soll ihm der Angeklagte einige Zeit später gefolgt sein, um von diesem Wein zu bekommen. Der 43-Jährige habe auf sein Klopfen hin die Tür geöffnet, es aber abgelehnt, ihm Wein zu geben. Der 29-Jährige habe dann versucht, in die Wohnung zu gelangen. Dem 43-Jährigen sei es jedoch gelungen, ihn vor die Tür zu schieben und diese von außen zu schließen.

Daraufhin soll der Angeklagte auf den 43-Jährigen losgegangen sein und ihn über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder attackiert haben. Möglicherweise habe er dabei mit einer Flasche auf den Kopf und den Oberkörper des 43-Jährigen eingeschlagen, heißt es in der Anklage. Der 43-Jährige erlitt dadurch allein zehn isolierte Verletzungen am Hirn- und Gesichtsschädel sowie zahlreiche weitere Schnittverletzungen, Quetsch-Risswunden und Hämatome. Ein großflächiges Hämatom am unteren Rücken sei als „Folge einer mindestens dreifachen, teil massiven stumpfen Gewalteinwirkung mit Brüchen von Querfortsätzen“ entstanden.

Opfer erlitt heftige Verletzungen am Kopf

Mindestens sechsmal soll der Angeklagte durch scharfe Gewalt unter anderem den rechten oberen Ohrmuschelknorpel durchtrennt und den 43-Jährigen an Augenbrauen und Unterlidern verletzt haben. Schließlich soll der 29-Jährige von seinem Opfer abgelassen und einen Zeugen informiert haben, der dann den Rettungsdienst verständigte. Der 43-Jährige wurde anschließend mit einem Rettungswagen in das Göttinger Uniklinikum gebracht.

Am Dienstag wurde nur die Anklage verlesen. Anschließend informierte der Vorsitzende Richter darüber, dass vor Prozessbeginn auf Initiative des Verteidigers hin Gespräche über Möglichkeiten einer eventuellen Verständigung stattgefunden hätten. Der Verteidiger habe für seinen Mandanten im Falle eines Geständnisses eine Bewährungsstrafe erreichen wollen. Die Staatsanwaltschaft habe eine derartige Zusage zu dem Zeitpunkt aber abgelehnt, weil man sich erst einmal in der Hauptverhandlung unter anderem mit dem Umfang der Gewalt sowie der Alkoholisierung und der Vorgeschichte des Angeklagten befassen müsse. Insgesamt hat das Gericht für den Prozess vier Verhandlungstage angesetzt. nie

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Überschemmungen in der Region 3