Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Unter rollendem Rad

Arbeiten an der Northeimer Bahnunterführung im Zeitplan Unter rollendem Rad

Gut 130 Jahre Northeimer Eisenbahnhistorie sind mittlerweile Geschichte. Die 1883 gebauten Eisenbahnbrücken über die Bahnhofstraße sind fast vollständig abgerissen. Die Arbeiten für die neuen Überführungen sind im Zeitplan, teilt die Deutsche Bahn mit.

Voriger Artikel
Nino de Angelo kommt nach Einbeck
Nächster Artikel
Literaturkirche startet in Saison

Die alten Brücken aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert sind fast vollständig abgebrochen, bis Februar kommenden Jahres sollen die Reste verschwinden.

Quelle: Heller

Northeim. Die neuen Bahnbrücken, sagt Graziele Devechi-Ginez, lokale Überwacherin der Northeimer Baustelle seit Mai 2016, müssten mindestens 50 Jahre stehen – wenn alles gut geht, sogar 100 Jahre. Es geht um zwei Linien, die alte Nord-Süd-Verbindung, die jetzt dem Regionalverkehr dient, und der Schnellbahntrasse. Beide Linien verfügen über der Northeimer Bahnhofstraße über je drei Gleise, die aber nicht sämtlich zu jeder Zeit in Betrieb gehalten werden können.

Mit reduzierter Geschwindigkeit rollen die Züge derzeit über die Notbrücken – mit 60 Stundenkilometern auf der Regionalstrecke, mit 90 auf der Schnellbahnstrecke. Die Temporeduzierungen, sagt Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis, könnten gerade noch aufgefangen werden, so dass der reguläre Fahrplan eingehalten werden kann.

Auch der Fahrplan der Bauarbeiten selbst ist eingehalten: Die alten Brücken aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert sind fast vollständig abgebrochen, bis Februar kommenden Jahres sollen die Reste verschwinden. Dann kommt die längste Bauphase: Von Februar 2017 bis Juli 2018 werden die neuen Brückenkonstruktionen hergestellt und eingebaut. Sobald die Brücken eingeschoben sind, können die Leitungen und Schienen auf den neuen Brücken verlegt und angeschlossen werden. Derzeit werden die Kabel noch von Hilfsbrücken über die Straße geführt.

Sobald die neuen Brücken in Betrieb genommen sind, wird der provisorische Bahnhofszugang wieder aufgehoben und in seinen Ursprungsszustand versetzt. Das Trogbauwerk soll im August fertig sein. Bevor die Unterführung für den Autoverkehr freigegeben werden kann, muss die B 241 an dieser Stelle allerdings wieder instandgesetzt werden.

Während der Bauarbeiten, sagt Bauüberwacherin Devechi-Ginez, könne zu jeder Zeit Unvorhergesehenes geschehen, das eine schnelle Entscheidung erfordere: „Das kann nicht jeder, dafür bin ich da.“ Und wenn sie mal nicht auf der Baustelle ist: Wie schnell kann sie vor Ort sein? „Spätestens nach zehn Minuten bin ich da“, sagt die Bauleiterin nicht ohne Stolz.

600 Ingenieure gesucht

Im bundesweiten Bahnnetz gibt es normalerweise um die 850 Baustellen, erklärt Egbert Meyer-Lovis. „Eine riesige Herausforderung“, meint der Bahn-Pressesprecher. Denn nach Möglichkeit „arbeiten wir unter rollendem Rad“, also bei weiter laufendem Bahnverkehr. Vor jedem Beginn von Arbeiten am Liniennetz seien mehrere Jahre Vorlauf vonnöten, weil die Logistik fast immer sehr kompliziert sei. Unter anderem könne die Bahn nicht allein planen, weil auch Subunternehmer in den Ablaufplan integriert werden müssten.

Hat ein Projekt erst einmal begonnen, sei eine engmaschige Bauüberwachung notwendig. Weil Arbeiten am Bahnnetz ganz eigene Herausforderungen darstellten, bildet die Bahn Bauüberwacher und Projektleiter selbst aus. Derzeit sucht das Unternehmen wieder einmal Nachwuchs für diese anspruchsvollen Aufgaben. Allein in diesem Jahr sucht die Bahn 600 Ingenieure, vor allem Bau- und Elektroingenieure.

Informationen und freie Stellen: deutschebahn.com/ingenieure

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Vor 25 Jahren erhielt der Göttinger Wissenschaftler Erwin Neher den Nobelpreis