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Messerattacke auf offener Straße

42-Jähriger wegen versuchten Totschlags vor Gericht Messerattacke auf offener Straße

Sechs Monate nach einer blutigen Auseinandersetzung in Herzberg hat am Mittwoch vor dem Landgericht Göttingen ein Prozess gegen einen 42-jährigen Kraftfahrer begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem aus Albanien stammenden Angeklagten gefährliche Körperverletzung und versuchten Totschlag vor.

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Quelle: dpa

Göttingen/Herzberg. Der 42-Jährige, der derzeit in Untersuchungshaft sitzt, soll im Mai dieses Jahres einem 29-jährigen Mann mit einem Messer in den Oberkörper gestochen haben. Anschließend soll er das Opfer gefragt haben: „Willst du noch mehr?“ Laut Anklage soll der 42-Jährige dann zurück ins Haus gegangen sein, ohne sich um den stark blutenden Mann zu kümmern. Der 29-Jährige sei so schwer verletzt gewesen, dass temporär Lebensgefahr bestanden habe und er ohne ärztliche Versorgung im Herzberger Krankenhaus verstorben wäre.

Die Auseinandersetzung hatte sich vormittags auf der Straße vor dem Wohnhaus des Angeklagten abgespielt. Der 29-Jährige soll dort gemeinsam mit einem 38-jährigen Begleiter erschienen sein, als der Angeklagte sich draußen aufhielt. Laut Anklage begab sich der 29-Jährige zu dem Angeklagten, mit dem es dann zu einem Streitgespräch gekommen sei. Der 42-Jährige habe im Verlauf des Streits an seiner Haustür geklingelt und seinem Sohn zugerufen, dass dieser ein Messer holen solle. Anschließend habe er dem 29-Jährigen mit einem Spanngurt ins Gesicht geschlagen. Als der 38-Jährige versucht habe, die beiden Kontrahenten zu trennen, habe der herbeigerufene Sohn dem Angeklagten ein Messer mit einer 21 Zentimeter langen Klinge übergeben. Der Angeklagte habe damit dem 29-Jährigen eine acht Zentimeter tiefe Stichwunde zwischen den Rippen zugefügt, wobei auch die Lunge verletzt wurde.

Der Angeklagte schilderte zu Beginn des Prozesses den Tatablauf deutlich anders. Das Ganze sei eine „schreckliche Geschichte“, sagte er. Das, was passiert sei, tue ihm sehr weh. Seinen Angaben zufolge war er gerade vom Einkaufen zurückgekommen, als der 29-Jährige gemeinsam mit dem 38-Jährigen bei ihm aufkreuzt sei und ein Streitgespräch angefangen habe. Seinen Angaben zufolge hatten die beiden Männer zunächst ihn angegriffen. Anlass der gewaltsamen Auseinandersetzung soll gewesen sein, dass eine Tochter des 38-Jährigen, die ursprünglich einem Schwager des 29-Jährigen zugetan gewesen sein soll, sich in den Sohn des Angeklagten verliebt hatte. Der 38-Jährige und der 29-Jährige hätten ihm deshalb Vorwürfe gemacht und auf ihn eingeschlagen, sagte der Angeklagte. Im Verlauf der Auseinandersetzung sei dann sein Sohn mit einem Messer dazu gekommen. Er habe dann das Messer genommen, bei der Rangelei aber nicht gesehen, wohin er gestochen habe.

Von Heidi Niemann

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