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Blindes Lämmchen erhält Lebenschance

Verwaistes Shropshire-Schaf Blindes Lämmchen erhält Lebenschance

Mit ungewöhnlichen Tiergeschichten hat sich der Ponyhof in Wulften schon mehrfach einen Namen gemacht. Nun kümmert sich die Betreiberin Barbara Küppers um ein blindes Lämmchen, das von einer Schafsleihmutter angenommen wurde, die selbst schon Zwillinge hat.

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Das Schaf wird von der Zwillingsmutter aufgenommen und großgezogen.

Quelle: Niklas Richter

Wulften. .Die Geschichte fing dramatisch an. Eine schwere Frühgeburt von Drillingen hat eine Shropshire-Schafsmutter nicht überlebt. Auch zwei der Lämmchen waren zu schwach, nur ein kleines blind geborenes Schäfchen blieb am Leben. „Es war reiner Zufall, dass fast zeitgleich eine weitere Schafsmutter Nachwuchs bekam, allerdings auch schon Zwillinge“, sagte Küppers, die sich mit ihrem Fachwissen um das Waisenkind kümmert, das befreundeten Tierhaltern gehört.

Zwar habe niemand gedacht, dass das blinde Lämmchen überleben würde, zumal es sehr selten sei, dass eine Schafsmutter ein fremdes Lamm annimmt, wenn sie selbst schon Zwillinge hat, erklärte Küppers. Doch in diesem Fall habe es geklappt. „Das blinde Lämmchen drängelt sich zwischen den Beinen der Leihmutter durch und darf auch trinken“, sagt die Hofbetreiberin. Die Milch der Leihmutter reiche jedoch nicht für drei Lämmer, und es muss mit der Flasche zugefüttert werden. „Diese Halbhandaufzucht ist aufwendig, und die Ersatzmilch kostet mehr als das Schaf wert ist, aber es hat doch jedes Wesen eine Chance verdient“, erklärt Küppers.

Da Shropshire-Schafe zur Landschaftspflege bevorzugt in Weihnachtsbaumkolonien eingesetzt werden - sie fressen als einzige Schafsrasse keine Nadelbäume an - könnte auch das blinde Lämmchen eine Aufgabe in seinem späteren Leben haben. „Bei blinden Tieren verschärfen sich die anderen Sinne. Das Shropshire-Lamm könnte sich nur über Gehör und Geruch und mit Hilfe der Herde in einer umzäunten Fläche zurechtfinden“, hofft Küppers auf eine lebenswerte Zukunft des Waisenkindes. Dank der Shropshire-Schafe kann in Nadelbaumkulturen auf den Einsatz von Unkrautvernichtern verzichtet werden.

Von Claudia Nachtwey

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