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Bronzewerkstatt neben Zisterzienserkloster entdeckt

Walkenried Bronzewerkstatt neben Zisterzienserkloster entdeckt

Über vier Jahre erstreckten sich die Ausgrabungen auf dem Gelände des ehemaligen Zisterzienserklosters in Walkenried. Die Ergebnisse präsentiert Grabungsleiter Uwe Moos (56) erstmals während des Harzer-Klostersonntags am 3. Juli um 14 Uhr. Eine Ausstellung zeigt Funde.

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Dokumentiert ein Fundament am gotischen Südflügel des Klosters: Lars Laskowski.

Quelle: R

Walkenried. „Zu den großen Überraschungen unserer Grabungen, die 2012 begannen, gehört die Entdeckung einer Metallwerkstatt südlich des Klosters“, berichtet Moos. Der promovierte Archäologe stieß in unmittelbarer Nähe des Südflügels mit seinem achtköpfigen Team auf Feuerstellen und ein Gewirr von Gruben. In ihnen gossen Handwerker Bronzegegenstände. Die Werkstatt stammt aus dem 12. bis 14. Jahrhundert. Zu ihr gehörte ein Fachwerkgebäude, das die Wissenschaftler ebenfalls ausgegraben haben. „Erstaunlich ist, dass solche lauten und schmutzigen Arbeiten so nah am Kloster verrichtet wurden“, meint der Archäologe.

Der Wissenschaftler grub auch im Bereich des Westflügels, wo einst die Arbeitsmönche lebten. „Der Vorgängerbau aus romanischer Zeit war viel größer als der später errichtete Flügel aus gotischer Zeit“, berichtet Moos. Tatsächlich hätten die abgelegenenen Zisterzienserklöster mit dem Aufkommen der Bettelorden in den Städten stark an Attraktivität verloren. In Walkenried habe der gotische Neubau keinen eigenen Speisesaal mehr benötigt.

Diese Ampulle enthielt einst den Sand oder das Wasser eines Pilgerorts: Fund bei den Grabungen in Walkenried.

Quelle: R

„Neue Erkenntnisse haben wir zur Wasserversorgung gewonnen“, sagt Moos. Sie hätten die gotische Hauptwasserleitung entdeckt, die vom Süden her zum Ostflügel führe und aus dem 12. Jahrhundert stamme. Die in den 80er-Jahren im Westflügel entdeckte Wasserleitung stamme wahrscheinlich aus dem 16. oder 17. Jahrhundert.

Die Grabungen, die im Vorfeld des Baus eines neuen Funktionsgebäudes für das Museum stattfanden, sind mittlerweile abgeschlossen. Die Bereiche wurden wieder verfüllt. „Derzeit werte ich die Ergebnisse aus“, sagt Moos. Mehr als 10.000 Einzelfunde seien gemacht worden, darunter eine Pilgerampulle. Sie habe einst Sand oder Wasser eines Pilgerorts enthalten. In Walkenried werde er die bisherigen Erkenntnisse der Grabung, deren Projektleitung beim Osteroder Kreisarchäologen Stefan Flindt gelegen habe, präsentieren.

Das Kloster Walkenried, Steinweg 4a, ist am Sonntag, 3. Juli, von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Es gibt zwei Führungen und Kinderprogramm. kloster-walkenried.de.

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