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Leuchttürme für den Breitensport

Diskussion über Kreisfusion und Sportförderung Leuchttürme für den Breitensport

In Osterode hätte am Dienstag fast ein Leistungssportler der SPD die Show gestohlen: Deren Unterbezirksmitglieder wollten über die Auswirkungen der Kreisfusion auf die Sportförderung Göttingen und Osterode diskutieren - das Publikum fand Themen wie Doping und Sportlerernährung spannender.

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Biathlon Weltmeister Arnd Peiffer war eingeladen.

Quelle: Archiv

Osterode. Weil der Biathlon Weltmeister Arnd Peiffer eingeladen war, nutzten die Gäste die Gelegenheit, ihn über den Leistungssport auszuquetschen: Peiffer legte seine Ernährungsgewohnheiten offen (viele Nudeln, ausgewählte Müsliriegel), ärgerte sich über Doping in Russland („Wir sprechen hier von Staatsdoping“) und seine Wettkampfvorbereitung („Training von Mai bis März“).

Die Brücke zur Sportförderung im Harz schlug Peiffer letztlich doch: Er trainiert im Leistungszentrum Clausthal-Zellerfeld, dort sei die Anlage teilweise sanierungsbedürftig - „Ich weiß, dass das unheimlich viel Geld kostet“, gab Peiffer zu. Für die SPD-Sportpolitiker eine Steilvorlage: Der Landtagsabgeordnete Karl Heinz Hausmann analysierte, dass bei so etwas eine reine EU-Finanzierung schwierig sei. Und weil die Co-Finanzierung nicht nur durch private Sponsoren gedeckt werden könne, seien dabei die Kommunen gefragt.

Auch wenn Göttinger SPD-Politiker eher Beispiele aus dem Leistungsschwimmen im Kopf hatten, stimmten sie dem zu: „Da muss die Kommune ganz kräftig helfen“, sagte beispielsweise Wolfgang Buss (SPD), ehemals Vorsitzender des Göttinger Kreissportbundes. Die Bilanz des bisher SPD-geführten Landkreises nannte er „unheimlich beeindruckend“, allein in seiner Amtszeit seien 14 Millionen Euro bewegt worden. Der SPD-Unterbezirk spricht im Wahlprogramm außerdem von insgesamt 25 Millionen Euro Fördergeldern, die in Sportstätten investiert worden sein.

Trotzdem gab auch Buss zu, dass Göttingen im Spitzensport abseits des Basketballs „nicht besonders gut aufgestellt“ ist - dabei brauche man die Leuchttürme auch für den Breitensport. Den will die SPD laut Wahlprogramm unter anderem mit der kostenfreien Benutzung kreiseigener Sportanlagen und dem Ausbau des Übungsleiterprogramms für den Sportunterricht an Ganztagsschulen fördern.

Die Idee begeisterte auch Peifer, dem zufolge der Sportunterricht „auf einem so niedrigen Niveau ist, dass wir bald echt Probleme bekommen“.

Von Christoph Höland

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