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Edeltannen für Weihnachtsmarkt in Hannover

Bad Grund Edeltannen für Weihnachtsmarkt in Hannover

26 Edeltannen aus dem Weltwald bei Bad Grund werden in der bevorstehenden Adventszeit einen Weihnachtsmarkt in Hannover schmücken. Die zwischen sechs und zehn Meter hohen Bäume wurden am Dienstagmorgen von einem Fachunternehmen aus Hannover gefällt und abtransportiert.

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Quelle: Härtl

Bad Grund. Die Nachfrage nach Edel- und Nordmann-Tannen aus dem Weltwald sei groß, davon gebe es allerdings nicht viele, sagt Revierförster Dietmar Mann aus Bad Grund von den Niedersächsischen Landesforsten. Deswegen würden häufig die Harzer Fichten verkauft. Letztere werden in der Vorweihnachtszeit gern von Unternehmen oder auch Behörden gekauft, um sie vor ihren Gebäuden oder auf Marktplätzen aufstellen und schmücken zu können.

Wolfsburg, Braunschweig, Berlin

Beliebt sind auch die XXL-Weihnachtsbäume, von denen es jedoch im Jahr nur wenige gibt, die ausgesucht, gefällt und verkauft werden, sagt Michael Rudolph, Sprecher der Niedersächsischen Landesforsten. So wird in diesem Jahr ein Baum aus dem Forstamt Dassel im Solling den Weihnachtsmarkt in der Autostadt Wolfsburg zieren, zwei weitere Bäume aus dem Forstamt Clausthal werden in Braunschweig und in Berlin aufgestellt, um die Besucher zu erfreuen.

„Waren die ersten Bäume vor 20 Jahren noch die große Ausnahme, sind sie jetzt fester Bestandteil in unserem Warensortiment für Weihnachten“, freute sich Ralf Krüger, der den Holzverkauf im Forstamt Clausthal verantwortet, im vergangenen Jahr über die große Nachfrage nach XXL-Weihnachtsbäumen aus den Landesforsten.

Ein großes Geschäft würden die Landesforsten mit dem Verkauf der Bäume nicht machen, sagt Michael Rudolph. Vielmehr sei es ein Nebenerwerb mit eher geringer Bedeutung, Verkäufe von kleinen Weihnachtsbäumen für das Wohnzimmer würden nur vereinzelt in einigen Forstämtern stattfinden.

Aus den Bäumen, die am Dienstag im Weltwald geerntet wurden, soll ein Wald – der sogenannte Wunschbrunnenwald – auf dem Weihnachtsmarkt an der altstadtnahen Marktkirche auf dem Holzmarkt in Hannover entstehen, sagte Michael Körner, der die Bäume an den Veranstalter des Marktes – die Stadt Hannover – liefert und sie auch aufstellt. Ingesamt würden 50 Bäume im Wunschbrunnenwald aufgestellt. „Alle aus dem Harz“, versichert Körner.

Das ganze Jahr auf der Suche

Der gelernte Forstwirt komme aus dem Harz, kenne sich in der Region deswegen gut aus und schaue sich das ganze Jahr über in den Revieren und Forstämtern nach passenden Bäumen für den Hannoveraner Markt in der Adventszeit um, erklärt er. Neben den Bäumen aus dem Weltwald ernteten er und seine Mitarbeiter am Dienstag noch weitere Bäume in Lautenthal.

Der Wunschbrunnenwald ist eine Art Weihnachtswald, so wie er auch in Goslar oder Osterode seit vielen Jahren aufgebaut wird und sich bei den Besuchern großer Beliebtheit erfreut. Zwischen den Bäumen werden Stehtische aufgestellt, die Gäste können hindurchflanieren oder gemütlich ihren Glühwein trinken. Die Bäume müssten aufgrund dessen auch eine Höhe von sechs bis elf Metern haben, sagt Revierförster Dietmar Mann. Länger dürften die Tannen jedoch nicht sein, da sie sonst nicht abtransportiert werden können.

Drei Arbeiter im Wald

Drei Arbeiter waren mit den Fällarbeiten in dem Waldstück an der Bundesstraße 242 unterhalb der Bergstadt am Dienstagvormittag beschäftigt. Sie fällten die Bäume, die dann mit einem Trecker an den Wegesrand geschleppt wurden. Hier wurden die Tannen auf einen Transporter verladen und auf ihren Weg in die Landeshauptstadt vorbereitet.

Bei den Bäumen handelte es sich, so Dietmar Mann, um drei verschiedene Tannen-Arten aus dem Kaukasus und der Türkei, die auf einer Versuchsfläche wachsen. Diese Versuchsfläche wurde vor fast 30 Jahren angelegt, die Bäume sind inzwischen 28 Jahre alt.

Auf der Versuchsfläche wachsen Nordmann-Tannen aus dem Kaukasus sowie trojanische und Bornmüller-Tannen aus der Türkei. Sie wurden schachbrettartig in Parzellen auf der Versuchsfläche gepflanzt. Ziel der Maßnahme ist es, zu sehen, welche Arten besonders gut gedeihen.

„Man will wissen, welche Arten hier gut wachsen. Das Wachstum der Bäume wird über Jahre beobachtet“, sagt der Bad Grunder Revierförster.

Die Fläche müsse jedoch irgendwann durchforstet werden, da die Bäume mehr Platz zum Gedeihen benötigen, je größer sie werden, erklärt Dietmar Mann. Begünstigt würden bei der Durchforstung der Fläche die Tannen, die am Besten gewachsen sind. „Der Nachbar wird entfernt“, sagt der Förster. Diese Durchforstung müsse auf der Fläche gleichmäßig passieren, um gleiche Bedingungen schaffen zu können.

„Wenn Sie so wollen, ist das eine Negativ-Auslese“, sagt Mann. Eine Negativ-Auslese, die den Weihnachtsmärkten in den großen Städten bis nach Berlin zugutekommt.

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