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Ein neuer Landkreis ist geboren

Fusion der Alt-Kreise Göttingen und Osterode Ein neuer Landkreis ist geboren

Mit etwa 300 geladenen Gästen und nahezu allen Verwaltungsbeschäftigten haben die Landkreise Göttingen und Osterode am Dienstag ihre Fusion zum neuen Kreis Göttingen gefeiert. Der freiwillige Zusammenschluss zeuge von Weitsicht und sei "etwas ganz Besonderes", sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

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Quelle: Oppermann

Osterode/Göttingen. Kurze Reden, fröhliche Begrüßungen und Häppchen - außergewöhnlich entspannt genossen die Gäste aus Politik, Wirtschaft und anderen gesellschaftlichen Gruppen in der Osteroder Stadthalle gegen Mittag den Geburtstag des Landkreises - unter ihnen etliche Beschäftigte aus den Kreisverwaltung. Viele von ihnen feierten zudem parallel und per Video zugeschaltet im Kreishaus in Göttingen mit. Seit dem 1. November bilden die einstigen Landkreise Göttingen und Osterode den neuen Landkreis Göttingen. Ihre Fusion gilt als die erste freiwillige Vereinigung zweier Landkreise bundesweit.

Weil wertete den Zusammenschluss als einen äußerst klugen, weitsichtigen Schritt der Verantwortlichen. Er sei ein Signal, dass der Süden des Landes in Bewegung ist. Südniedersachsen sei eine Region mit vielen Potenzialen und hoher Lebensqualität. Sie brauche einen starken Landkreis Göttingen, um sie in eine noch stärkere Zukunft zu führen. "Und ich bin sicher, dass es ihnen gelingen wird", so Weil.

Der gerade erst wieder und neu gewählte Landrat des Kreises Göttingen, Bernhard Reuter (SPD), betonte, dass die Fusion "die Geburt eines wirklich neuen Landkreises ist". Kein Partner sei angeschlossen oder übernommen worden. Er rechne allerdings nicht damit, dass beide Altkreise so schnell zu einer neuen Identität verschmelzen werden. Viel eher sehe sich der Landkreis als eine Gemeinschaft mit einer Vielfalt der Identitäten - ob als Göttinger, Osteröder, Eichsfelder oder Hann. Mündender.

Die Entscheidung zur Fusion und ihre lange Vorbereitung sei von drei wesentlichen Faktoren geprägt, sagte Reuter: von dem Mut der Abgeordneten beider vorherigen Kreistage, etwas zukunftsweisend zu verändern; von der Finanziellen Unterstützung des Landes im Vorfeld, um die Kreise zu entschulden; und von einer "hohen handwerklichen Professionalität" bei der Umsetzung - vor allen durch die engagierten Mitarbeiter in den Verwaltungen. Die jetzige Geburtstagsfeier solle aber auch ein Moment des Innehaltens sein und ein "Signal für das Versprechen, als Kreis künftig noch leistungsorientierter und stärker zu sein".

"Der ländliche Raum braucht das Oberzentrum Göttingen und das Oberzentrum braucht den ländlichen Raum", ergänzte Osterodes Bürgermeister Klaus Becker (parteilos). Zugleich brauche Südniedersachsen eine funktionsfähige und zukunftsweisende Einheit. Davon werde auch Osterode profitiere. Entscheidend dabei sei aber, dass es weiterhin starke Mittelzentren mit Verwaltungsdienstleistungen vor Ort gibt - ob in Osterode, Duderstadt oder Münden.

Für die etwa 1600 Beschäftigten in der ebenfalls vereinten neuen Kreisverwaltung räumten die Mitarbeiterverteter Helga Heise und Martin Köpps ein, dass es zu Beginn der Fusionsverhandlungen intern große Vorbehalte gegeben habe. Nach unzähligen Sitzungen in vielen Arbeitskreisen herrsche aber auch hier inzwischen Aufbruchstimmung.

Davon zeugte auch ein Leitspruch zur Fusion: "OHA... Kaffee to Gö". Er ziert Kaffeebecher, die am Dienstag zum Geburtstag an alle Mitarbeiter Kreisverwaltung verteilt wurden. Es ist der Sieger-Spruch eines internen Wettbewerbes zur Fusion. Ersonnen hat ihn Sabine Sandte, zurzeit 2. stellvertretende Personalrätin.

Beifall und Freude gab es auch für eine während der Fusions-Party verteilte Postkarte der Initiative "Harzkind" im Stil eines gelben Ortsschildes mit der Aufschrift "Göttingen am Harz". Dazu der freundliche Hinweis, dass Göttingen jetzt ein eigenes Naherholungsgebiet direkt vor der Haustür habe und der Landkreis mit Göttingen eine Universität im Landkreis habe, "die unseren Altersdurchschnitt mal gehörig auf den Kopf stellt". 

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