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„Exabotix“ gewinnt Innovationspreis

Drohnen-Hersteller aus Herzberg „Exabotix“ gewinnt Innovationspreis

Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Drohnen sind ein lebendiges Diskussionsthema – und eines für professionelle Entwickler. Die Macher der Herzberger Exabotix GmbH bauen und vermarkten Vermessungsdrohnen. Damit haben sie den Sonderpreis Messtechnik beim Innovationspreis des Landkreises Göttingen gewonnen.

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Exabotix entwickelt elektrisch angetriebene Flugroboter in Leichtbauweise aus Karbon.

Quelle: EF

Herzberg. Exabotix steht für die Entwicklung elektrisch angetriebener Flugroboter in Leichtbauweise aus Karbon. Diese tragen Kameras und finden ganz unterschiedliche Verwendung: bei Film und TV, in der Vermessung von Grundstücken und Steinbrüchen sowie bei der Inspektion und Wartung von Industrie- und Windkraftanlagen oder Hochspannungsleitungen.

Vor vier Jahren gründete der Elektroniker-Lehrling Alexander Helbing die Firma „Helbing Drones“ – auf dem Dachboden seines Elternhauses. 2015 stieß der gelernte Tischler- und Modellbauer sowie studierte Grafikdesigner Jochen Anglett als Mitgesellschafter dazu und aus den „Helbing Drones“ wurde die „Exabotix GmbH“. Die beiden kannten sich vom Modellfliegen – aus diesem Bereich kommen fast alle Drohnenpioniere.

Drei Angestellte haben sie mittlerweile und erwirtschaften mit dem Bau von knapp 40 Flugrobotern im Jahr 2015 rund 400000 Euro Umsatz. Sie arbeiten nach Auftrag, wobei die durchschnittliche Lieferzeit rund vier Wochen beträgt und die Bauweise modular ist – der Kunde kann im Zuge der technischen Entwicklung seine Drohne aufrüsten.

Bei der Herstellung ist äußerste Präzision notwendig. So besteht bei der Wuchtung der Motoren eine Toleranz von gerade mal einem Promille. Eng verbunden mit der Produktion ist die technische Weiterentwicklung, schließlich befindet sich die Drohnen-Technologie erst am Anfang. Derzeit arbeiten die Entwickler an der Erhöhung der möglichen Flugzeit. Ihr neuestes Modell kann 40 Minuten in der Luft bleiben, angepeilt sind jetzt zwei bis zweieinhalb Stunden. Außerdem sind sie intensiv mit einem grundlegenden Problem befasst, dessen Lösung eine enorme Verbesserung darstellen würde. Was das ist, wollen sie allerdings nicht verraten: „Betriebsgeheimnis.“

Derzeit verfügt Exabotix über Vertriebspartner in Deutschland, den USA und Mexiko. Die Expansion in andere Länder ist geplant – im Dezember 20015 wurde dafür ein fünfsprachiger Vertriebsmitarbeiter eingestellt – und zwar auch mit einer Produktion. „Wir wollen direkt am Markt produzieren“, begründet Helbing den Plan. Außerdem wird das Unternehmen nach Bad Lauterberg umziehen, das neue Firmengebäude wurde gerade erworben. Dort sollen mindestens zwei weitere Mitarbeiter eingestellt werden, „am besten Mechatroniker, Elektroniker oder CNS-Dreher mit Affinität zum Hobbymodellbau“, so Anglett. Und schließlich hat die Suche nach einem Investor begonnen, wie Helbing berichtet: „Wir haben unsere Fühler ausgestreckt.“

Welche Bedeutung die Flugroboter in Zukunft haben werden, könne niemand abschätzen. Für Privatleute werden sie wohl zunächst keine große Rolle spielen, glaubt Anglett, dafür aber für Unternehmen. „Ich kann mir vorstellen, dass in zehn bis 15 Jahren in 50 oder 100 Meter Höhe ein Flugkorridor für Drohnen reserviert ist“, wagt Helbing eine Prognose.

Von Hauke Rudolph

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