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Gutes Miteinander von Mensch und Tier

Kollege Hund Gutes Miteinander von Mensch und Tier

Immer mehr Vorgesetzte erlauben ihren Mitarbeitern, ihren Hund mit ins Büro zu bringen. Aus gutem Grund: Denn die treuen Vierbeiner haben unter anderem eine positive Wirkung auf das Betriebsklima – zumindest dann, wenn sich alle an die Regeln halten.

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Elsa (links) und Marie-Louise sind sehr entspannte Kolleginnen, die für ein gutes Betriebsklima sorgen und bei Halterin Ulla Schumann einen guten Ausgleich für ihre 70-Stunden-Woche bilden.

Quelle: Franke

Osterode. Auch in der Region gibt es tierliebe Unternehmer, die die Vorteile der vierbeinigen Begleiter zu schätzen wissen. Dazu gehört die Firmengruppe KURT Zeitarbeit in Osterode. Hier sind Elsa und Marie-Louise feste tierische „Mitarbeiterinnen“ von Geschäftsführerin Ulla Schumann. Die beiden Golden-Retriever-Damen bilden ein herzliches Empfangskomitee.

„Ich war 15 Jahre beruflich unterwegs. In die Heimat zurück gekommen bin ich, weil ich mir wieder einen Hund anschaffen wollte. Und der sollte mich auch ins Büro begleiten“, erklärt Ulla Schumann. Und so sei vor 16 Jahren Lilly mit in die Osteroder Firma gekommen, acht Jahre später dann Elsa und vor zwei Jahren schließlich Marie-Louise.

Die Vierbeiner seien immer dabei – bei der Arbeit, auf Betriebsfesten, allen Feiern, auf Seminaren, im Restaurant und natürlich auch im Urlaub. Zu Seminarwochenenden würden die Hunde teilweise explizit eingeladen. „Im Büro liegen sie ganz entspannt auf ihren Plätzen. Wenn die Tür aufgeht, wissen sie genau, welcher Mitarbeiter kommt. Und auch bei Kunden spüren sie ganz genau, wen sie begrüßen dürfen, und wer Hunde nicht so mag.“ Aber wenn die Brotdosen aufgingen oder Mitarbeiter in die Küche gingen, seien Elsa und Marie stets zur Stelle.

Doch wie erzieht man einen Hund zum Bürohund? „Anstrengend ist es die ersten paar Monate, wenn sie jung sind. Aber ich arbeite intensiv mit meinen Hunden, besonders das erste Jahr. Auch jetzt gehe ich mit ihnen noch jeden Sonntag zum Hundetraining. Lilly war sogar ein komplett ausgebildeter Rettungshund. Elsa und Marie haben sich viel von ihr abgeschaut.“

Burnout-Risiko senken

Studien zeigen, dass Bürohunde sogar das Burnout-Risiko senken können. Dazu Ulla Schumann: „Die Hunde sorgen für Kuscheleinheiten und Bewegung zwischendurch. Mittags bin ich gezwungen, eine Runde spazieren zu gehen. Auch Mitarbeiter nehmen die beiden mit raus, zum Beispiel auf dem Weg zur Mülltonne.“

Einige Mitarbeiter hätten selbst Hunde. Und diese dürften zu Urlaubszeiten auch mit ins Büro kommen. „Externe Mitarbeiter fühlen sich durch die Hunde angesprochen, man kommt schneller mit Leuten in Kontakt. Und auch durch die sieben Mini-Esel, die ich halte, vermischen sich Berufliches und Privates. Man kennt die Angehörigen der Mitarbeiter, ihre Hintergründe, die Kontakte sind deutlich freundschaftlicher.“

Ängste überwinden

Und was ist, wenn ein Mitarbeiter oder Kunde Angst vor Hunden hat? „Meist sind Menschen, die Angst vor Hunden haben, beim zweiten oder dritten Treffen mit Elsa und Marie schon weitaus entspannter. Manche überwinden ihre Angst sogar komplett“, so Schumann. Und Empfangsmitarbeiterin Elke Seidenstücker ergänzt: „Wenn wir merken, dass sich jemand wegen der Hunde nicht reintraut, sperren wir die beiden in ein Büro. Aber die meisten Bewerber, die zu uns kommen, streicheln die Hunde sofort. Die Tiere sind gute Eisbrecher.“

„Ohne die Hunde würde ich meine 70-Stunden-Woche nicht auf mich nehmen. Ich bin gezwungen, Pausen zu machen. Elsa und Marie-Louise bedeuten eine große Stressreduzierung und sind ein perfekter Ausgleich für mich“, so das Resümee von Ulla Schumann.

Wer seinen Hund mit ins Büro bringen möchte, kann dies am Aktionstag „Kollege Hund“ des Deutschen Tierschutzbundes am 29. Juni ausprobieren. Der jährliche Schnuppertag soll für mehr Akzeptanz von Hunden am Arbeitsplatz werben. Neben dem Einverständnis von Chefs und Kollegen ist dabei entscheidend, dass der Hund mit der Situation gut zu Recht kommt. Der Deutsche Tierschutzbund gibt dazu Tipps, was es zu beachten gibt.

Statt zu Hause auf die Rückkehr von Herrchen oder Frauchen zu warten, genießen es die meisten Hunde, ihre Besitzer überall hin zu begleiten – auch zur Arbeit. Am Aktionstag bietet es sich an, das Miteinander einmal auszuprobieren: Fühlt sich der Hund wohl und sicher? Kommt er mit den Kollegen gut aus? Im besten Fall wird der tierische Kollege auf Zeit dann sogar zum dauerhaften Kollegen – der zudem eine Bereicherung für das Team sein kann.

Zur Ruhe kommen

Die Arbeit in einem Büro mit wenig Publikumsverkehr eignet sich am ehesten für die Mitnahme eines Hundes – hier kann das Tier auch zur Ruhe kommen. Im Zweifel muss individuell entschieden werden, ob eine „Zusammenarbeit“ Sinn macht.

Die Arbeitssituation darf nie auf Kosten des Tieres gehen. Der Hund sollte Rückzugsmöglichkeiten und einen Platz mit seiner Decke, seinem Napf und Spielzeug haben. Damit er nicht nur ruhig auf seinem Platz liegen muss, sollten ihm die Pausen komplett gewidmet werden.

Hinweise

Weitere Informationen und Anmeldungen zum Aktionstag unter  www.kollege-hund.de. Alle Teilnehmer erhalten ein Aktionspaket mit Tipps für den Aktionstag sowie ein kleines Geschenk für den Kollegen Hund. Mit einer Urkunde zeichnet der Deutsche Tierschutzbund die teilnehmenden Firmen im Anschluss als tierfreundliche Unternehmen aus.

Infos

Mitarbeiter

Verminderung der Burnout-Gefahr am Arbeitsplatz, insgesamt gesündere Mitarbeiter im Unternehmen, motiviertere und engagierte Mitarbeiter, flexiblere Mitarbeiter, Verminderung der Gefahr von Dauerstress

Unternehmen

Ertragssteigerung – Kostensenkung, Verminderung der Krankenkosten durch geringere Krankenstände, Erhalt der Arbeitsleistungen durch Nichterkrankung, Reduzierung der Ausfall- / Fehlerquote durch Nichterkrankung, Reduzierung der Mehrbelastung von Kollegen durch Nichterkrankung, Mitarbeiterbindung, Verbesserung des Betriebsklimas, Vereinfachung Neuteambildung, erhöhte Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen, engagierte Mitarbeiter bleiben dem Unternehmen erhalten, Imageverbesserung, Vorteil im „war for talents” für das Unternehmen, Möglichkeit der positiven Öffentlichkeitsarbeit

Hunde

Verminderte Vereinsamungsgefahr, weniger Angstgefühle, bessere Sozialkompetenz, Stärkung von Mensch-Hund-Team, verbesserte Gesundheit durch Bewegung, zeitnahe Hilfe bei Erkrankungen, für Tierheimhunde die Chance auf ein würdevolles Leben mit „seinen“ Menschen

Mehr Informationen beim Bundesverband Bürohund finden Interessierte online unter www.bv-bürohund.de.

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