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Langjährige Haftstrafen für Betrüger-Trio

Zorge Langjährige Haftstrafen für Betrüger-Trio

Zu langjährigen Gefängnisstrafen wegen gewerbsmäßigen Betruges sind zwei Männer und eine Frau aus Nordhausen verurteilt worden. Sie hatten 2010 in Zorge mit falscher Identität einer 35-Jährigen eine Firma für Elektroinstallationen gegründet, die einzig auf Betrug aus war. 184.000 Euro betrug der Schaden.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Zorge/Göttingen. In die Strafmaße sind teils erhebliche Vorstrafen eingeflossen. Dabei kam die 35-Jährige, Ehefrau eines der Mitangeklagten, mit einem Jahr und vier Monaten wegen Beihilfe und Urkundenfälschung noch am glimpflichsten davon. Ihre Strafe wird gegen 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit sogar noch zur Bewährung ausgesetzt.

 

Ihr gleichaltriger Ehemann muss wegen 40 Fällen des gewerbsmäßigen Betruges für insgesamt sechs Jahre und einen Monat hinter Gitter. Zudem wurde eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt aufrecht erhalten. Der 28 Jahre alte Mittäter, ein Elektriker, kommt für vier Jahre und zehn Monate ins Gefängnis. Auch bei ihm sind Vorstrafen eingeflossen. Beide handelten nach Überzeugung der Wirtschaftsstrafkammer zwar gewerbsmäßig, nicht aber als Bande. Denn die Frau hätten die beiden Männer einzig für die Gewerbeanmeldung mit einem gefälschten Pass, ausgestellt auf eine Griechin mit Namen Dr. Kosicz, benötigt. Die Einnahmen der von vornherein zum Zusammenbruch verurteilten Firma hätten sich einzig die Männer geteilt. Wöchentlich räumten sie die Konten leer, damit im Falle einer Pfändung nichts zu holen sei.

 

Sie wurde "planmäßig so lange ausgeweidet, bis die Firma zusammenbrach", sagte der Vorsitzende Richter David Küttler in seiner Urteilsbegründung. Es sei immer nur bezahlt worden, was sich nicht vermeiden ließ und was für den Fortbestand zwingend nötig war. Personaldienstleister, die der Firma Leiharbeiter stellten, wurden betrogen, Hotels, in denen das Personal übernachtete, Autovermietungen, wo Fahrzeuge angemietet wurden. Sogar gezahlte Rechnungen seien teils wieder zurückgebucht worden.

 

Ihre Opfer "planmäßig geprellt" hätten die beiden Angeklagten. Sie seinen "nicht Hasardeure, sondern Falschspieler" gewesen, sagte Küttler. Der 35-jährige Angeklagte erhielt auch deshalb eine höhere Strafe, weil er zum Schluss noch für rund 10.000 Euro Handyverträge auf die schon zusammengebrochene Firma abschloss und die Handys an Freunde verkaufte. Seine Frau habe "nur Gesicht und falschen Pass hingehalten", hatte ihr Verteidiger gesagt, um damit die Gründung und Eintragung der Firma zu ermöglichen. Danach habe sie nur noch vom erschwindelten Geld ihres Mannes profitiert. Gemeinsam habe das Trio die "naive Erwartung" (Küttler) gehabt, dass sie sich nicht verantworten müssten, wenn als Inhaberein eine erfundene Griechin fungiere.

 

Im Prozess hatte das Trio ein umfassendes Geständnis abgelegt. Deshalb fiel das Strafmaß bei schon bestehenden mehrjährigen Vorstrafen vergleichsweise milde aus.

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