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Kreisbrandmeister tritt unter Protest zurück

Kreisfeuerwehr Göttingen Kreisbrandmeister tritt unter Protest zurück

Der Streit um die Feuerwehrspitze im künftig zusammengeschlossenen Landkreis Göttingen/Osterode hat erste personelle Konsequenzen: Am Montag ist Frank Regelin, Kreisbrandmeister in Osterode, zurückgetreten. Er zieht die Konsequenz aus einem von den Göttingern gestellten "Ultimatum".

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Osterode/Göttingen. So nennt Regelin die Forderung der Göttinger an die Feuerwehrspitze des Landkreises Osterode, jemand anderen als Regelin zur Wahl für den Posten des stellvertretenden Kreisbrandmeisters aufzustellen. Die Göttinger, so schreibt Regelin in einer Rücktritts-Mitteilung, hätten den Osteroder Kameraden "eine Bedenkzeit bis zum 5. September eingeräumt, ob sie am Vorchlag Regelin festhalten wollen". Für diesen Fall, so Regelin sinngemäß, werde es bei der Wahl der künftig vereinigten Feuerwehrspitze eine Kampfabstimmung geben, die aufgrund der herrschenden Mehrheitsverhältniss ausschließlich Göttinger in die Kreis-Feuerwehrspitze befördern würde.

Regelin beruft sich auf eine im April getroffene Absprache, wonach einer der beiden stellvertretenden Kreisbrandmeister aus Osterode stammen solle. Die Osteroder haben darauf einstimmig Regelin als ihren Kandidaten nominiert. Bei einer Dienstbesprechung der Brandmeister und Abschnittsleiter beider Kreise am 1. August wurde dann bekannt, dass die Göttinger für die Wahl der Stellvertreter gleich vier Kandidaten benannt haben - offenbar, weil sie mit Regelin als Osteroder Kandidat nicht einverstanden sind. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sei ihm persönlich nun nicht mehr möglich. Deshalb habe er sich entschlossen, seine Ämter - auch den als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrausschusses Osterode - zum 1. November dieses Jahres niederzulegen.

Regelins Amtszeit wäre noch bis 2020 gelaufen. Noch im April hatte er öffentlich beteuert, nicht freiwillig zurücktreten zu wollen.

Erste Reaktionen gibt es von der Bürgerinitiative "Wir für Osterode": „Dieses ungeheuerliche Vorgehen verdeutlicht, dass in vielen Bereichen keine Kreisfusion auf Augenhöhe, sondern eine feindliche Übernahme stattfindet“, betont der Vorsitzende Bernd Hausmann. „Wir sind bestürzt, dass ein Osteroder Mitbürger, der sich jahrelange Verdienste um das Feuerwehrwesen erworben hat, nun aus Göttingen derart abserviert wird. Auch als Signal im Fusionsprozess ist diese Herabwürdigung beispiellos.“

Göttingens Kreisbrandmeister Karl-Heinz Niesen weist den Vorwurf eines Ultimatums zurück. Am 5. September werde es die letzte Arbeitssitzung geben. Ziel sei es dann, mit nur zwei Kandidaten, einem aus Osterode, in die Wahl des stellvertretenden Kreisbrandmeisters zu gehen, sodass Osterode auf jeden Fall vertreten wird. Es habe seit 1. August Einigkeit bei allen Stadt- und Gemeindebrandmeistern aus dem Landkreis Göttiongen gegeben, dass es dann einen personellen Neuanfang geben müsse. Einfach den alten Kreisbrandmeister als Kandidat vorzuschlagen, passe nicht zu dieser Vereinbarung.

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