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Diskussion über Pastorenteam fürs Eichsfeld

Kirchenkreistag in Herzberg Diskussion über Pastorenteam fürs Eichsfeld

Soll es auch in Zukunft für die sechs evangelischen Gemeinden im Eichsfeld feste Pastoren geben oder künftig eine Pastorengruppe die gesamte Region betreuen? Diese Frage beschäftigte den Kirchenkreistag Harzer Land während seiner Sitzung am Freitagabend in Herzberg. Er erarbeitet den neuen Stellenplan.

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Volkmar Keil

Quelle: Rüdiger Franke

Herzberg. Soll es auch in Zukunft für die sechs evangelischen Gemeinden im Eichsfeld jeweils feste Pastoren geben oder künftig eine Pastorengruppe die gesamte Region betreuen? Diese Frage beschäftigte den Kirchenkreistag Harzer Land während seiner Sitzung am Freitagabend in Herzberg. Er erarbeitet den neuen Stellenplan.

Stellenabbau

Zurückgehende Mitgliederzahlen und Einsparungsvorgaben der Landeskirche zwingen den Kirchenkreis zum Stellenabbau, erläuterte Superintendent Volkmar Keil im Martin-Luther-Haus. Gleichzeitig gebe es in der Landeskirche nicht ausreichend theologischen Nachwuchs, um die in den kommenden Jahren freiwerdenden Pastorenstellen neu zu besetzen.

Neue Strukturen

Daher, so Keil, sei es notwendig, über neue Strukturen nachzudenken. Pastorenteams könnten sich in Zukunft die Arbeit teilen. Pastorenstellen ließen sich aber auch in Diakonen- oder Geschäftsführerstellen umwandeln. Darüber sollten die neun Regionen des Kirchenkreises, darunter das Eichsfeld, nun beraten. Die Region Eichsfeld, deren Mitgliederzahl aufgrund von Zuzügen stabil sei, ständen nach derzeitigen Überlegungen – unverändert zum aktuellen Stellenplan – auch künftig 2,75 Pastorenstellen zu. Der neue Stellenplan werde Ende 2018 beschlossen, führte der Superintendent aus.

Kirchenkreisamt

Christa Eulert sprach über die anstehende Fusion des von ihr geleiteten Kirchenkreisamts Harzer Land mit dem des Kirchenkreises Leine-Solling. Im Juli habe der Kirchenkreis Harzer Land in Northeim das kernsanierte Bürogebäude an Bahnhofstraße 29 für 400000 Euro erworben. Zusammen mit den noch zu sanierenden Gebäuden Bahnhofstraße 30 (dem alten Amt Leine Solling) und 29a (einem Anbau) werde es das neue Kirchenkreisamt beherbergen. Insgesamt würden dort eine Million Euro investiert, wovon das Landeskirchenamt ein Drittel übernehme.

Flüchtlingssozialarbeit

Die Stelle der Flüchtlingssozialarbeiterin, die es im Kirchenkreis seit Mai 2016 gibt, wird 2018 um zwei weitere Jahre verlängert, beschloss das Kirchenparlament. Sie wird mit Fördermitteln der Landeskirche finanziert. Dana Pruss, die Stelleninhaberin, berichtete von einem deutlichen Rückgang bei der Zahl ehrenamtlicher Helfer. Die Zahl der Flüchtlinge, die sich von ihr beraten ließen, habe sich daher im Vergleich zur Anfangszeit mehr als verdoppelt. Das habe auch damit zu tun, dass die Aufgaben schwieriger geworden seien.

Integration in Arbeit

„Heute müssen nicht mehr Betten oder Kleidung organisiert werden“, so Pruss. Stattdessen gehe es darum, Flüchtlinge bei der Integration in Ausbildung und Beruf zu unterstützen oder ihnen bei leichtfertig abgeschlossenen Verträgen mit Mobilfunkanbietern zu helfen. Komplizierte Anträge für das Jobcenter seien auszufüllen, aber auch Menschen an die Suchtberatung zu vermitteln oder Frauen vor ehelicher Gewalt zu schützen.

Angst vor Abschiebung

Zu schaffen, so Pruss, mache den Flüchtlingen die Angst vor Abschiebungen. Da könne sie nur beruhigen, aber nicht wirklich helfen. Sie berate zudem Pastoren und Ehrenamtliche. Viel Zeit investiere sie in die Netzwerkarbeit. Sie helfe dabei, Schwimmkurse für Kinder zu organisieren. In Planung sei derzeit ein Musikprojekt für Jugendliche.

Von Michael Caspar

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