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Frauen misshandelt und vergewaltigt

Prozess vor Landgericht Göttingen Frauen misshandelt und vergewaltigt

Wegen mehrerer Gewalt- und Sexualstraftaten muss sich seit Mittwoch ein 37-jähriger Fertigungsmechaniker vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Die Staatsanwaltshaft wirft ihm vor, 2015 in einer Wohnung in Bad Lauterberg eine Frau mehrfach körperlich misshandelt und vergewaltigt zu haben.

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Quelle: dpa

Göttingen/Herzberg. Anschließend soll er sie unter massiver Gewaltanwendung daran gehindert haben, die Wohnung zu verlassen. Anfang 2017 soll er außerdem in einem Ortsteil von Herzberg eine mit ihm zusammen lebende Frau in der gemeinsamen Wohnung gefesselt, geschlagen, misshandelt und vergewaltigt haben.

Die Staatsanwaltschaft hat ihn unter anderem wegen Vergewaltigung in zwei Fällen, versuchter Vergewaltigung, gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Nötigung angeklagt. Außerdem wirft sie dem 37-Jährigen zweimaliges Fahren ohne Fahrerlaubnis vor. Er soll am Tag vor Heiligabend 2015 mit einem gemieteten Pkw eine Frau aus Süddeutschland abgeholt haben, obwohl ihm der Führerschein entzogen worden war.

Laut Anklage soll er dann einen Tag später nach der Rückkehr in den Südharz mehrfach versucht haben, die Frau gegen ihren Willen mit Schlägen zum Geschlechtsverkehr zu zwingen. Die Frau habe sich immer wieder gegen ihn gewehrt. Daraufhin soll er ihr den Mund zugehalten, einen Arm auf ihren Hals gedrückt und sie vergewaltigt haben. Als die Frau anschließend zu flüchten versuchte, habe er sie vor der Wohnungstür ergriffen, in die Wohnung zurückgezerrt, dort zu Boden geworfen und einen Fuß auf ihren Hals gestellt, um sie am Rufen zu hindern. Eine Nachbarin hatte jedoch den Vorfall mitbekommen und die Polizei gerufen.

Etwas mehr als ein Jahr später soll der 37-Jährige eine andere Frau, mit der er in Herzberg zusammen lebte, mit einem Seil ans Bett gefesselt und ihr mit einem weiteren Seil auf Rücken und Gesäß geschlagen haben. Anfang Februar soll er sie bei einem weiteren Vorfall mit Gewalt zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Laut Anklage schlug er ihr dabei ins Gesicht und würgte sie so stark, dass ihr schwarz vor Augen wurde. Als sie um Hilfe rief, habe er „Fresse halten“ gesagt. Erst als ein Zeuge das Zimmer betrat, habe er von ihr abgelassen. Nach diesem Vorfall wurde er festgenommen, seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Der Angeklagte äußerte sich zu Beginn des Prozesses nicht zu den Tatvorwürfen, machte jedoch einige Angaben zu seinem Lebenslauf. Demnach wuchs er in der damaligen DDR in Bleicherode im Südharz bei seiner Mutter und seinen Großeltern auf. Sowohl im Privat- als auch im Berufsleben gab es offenbar wenig Kontinuität. Seinen Vater lernte er erst mit 18 kennen, weitere Kontakte gab es danach nicht. Zwei Lehren brach er ab, erst die dritte Lehre zum Fertigungsmechaniker zog er bis zum Abschluss durch. Danach lebte er mehrere Jahre in Österreich, arbeitete dort bei diversen Firmen, kehrte nach Deutschland zurück, betrieb hier einen Hausmeisterservice und arbeitete als Kunstschweißer. Auch im Privatleben gab es offenbar wenig Kontinuität. Der 37-Jährige hat nach eigenen Angaben aus vier Beziehungen vier Kinder, von denen er teilweise nicht einmal weiß, wie alt sie sind. Mit wie vielen Frauen er zusammengelebt hat, weiß er auch nicht so genau, etwa 15 bis 20 seien es wohl gewesen. Die letzten Jahre sei er „durch Crystal Meth abgerutscht“. Der Prozess wird Mitte August fortgesetzt. nie

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