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Ein neues Bett für den Hackenbach

Renaturierungsprojekt der Gemeinde Wulften Ein neues Bett für den Hackenbach

Etwa 15 000 Kubikmeter Erde haben die Arbeiter im Hackenbachtal bei Wulften bewegt, um dem namensgebenden Gewässer ein neues Bett herzurichten - und zwar eines, das weitgehend dem alten Verlauf entspricht und mit seinen zahlreichen Schleifen und in seiner ganzen Beschaffenheit wieder mehr einem naturnahen Bachlauf entspricht, als es der in den 1930 Jahren begradigte Hackenbach bisher tat.

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Quelle: R

Wulften. Um dem Bachlauf mehr Struktur zu geben und natürliche Strömungseffekte anzuregen, wurden an einigen Stellen Baumstämme und Äste eingebracht und Kiesbänke angeschüttet. Entlang des Ufers werden in nächster Zeit noch Gehölze angepflanzt, dort sollen natürliche Auenflächen entstehen, die bei Hochwasser auch überflutet werden sollen. Die umliegenden Wiesen werden extensiv bewirtschaftet. Das ganze dient auch dem Schutz des Trinkwassers der Gemeinde Wulften: Der Hackenbach liegt im Einzugsgebiet eines Brunnens.

Land zahlt 381 800 Euro

Die Gesamtkosten für die Renaturierungsmaßnahme belaufen sich auf etwa 424 000 Euro, erläuterte Gemeindedirektor Arnd Barke. Das Land übernimmt davon jedoch 90 Prozent: Aus dem Programm "Fließgewässerentwicklung" wird das Projekt mit etwa 381 800 Euro bezuschusst, so dass die Gemeinde Wulften nur noch Eigenmittel in Höhe von 42 420 Euro investieren muss.

Bereits in jüngerer Vergangenheit waren die gewässernahen Ackerflächen in extensiv bewirtschaftetes Feuchtgrünland umgewandelt worden, was die Voraussetzungen für eine umfangreiche Renaturierung des Gewässerabschnittes schuf, heißt es in der Projektbeschreibung des beauftragten Planungsbüros. Ein weiterer Schritt zur Herstellung einer naturnahen Bachlandschaft war nun die Herstellung einer gewässertypischen Strukturvielfalt. Folgende Entwicklungsziele sollen damit verwirklicht werden:

Entwicklung der Eigendynamik des Gewässers durch Entgradigung und Mäanderbildung, Vernässung von ursprünglichen Aueflächen, Beseitigung von Drainagen und Verrohrungen im Gewässerumfeld, Schaffung gewässertypischer Uferstruktur und von Lebensraum für gefährdete Insekten- und Fischarten sowie Wiederherstellung der überregionalen Wanderroute für die Fischfauna, insbesonderevon Groppe und Bachforelle. Für den Hackenbach besteht das Umweltziel in der Erreichung des guten ökologischen Zustands. Insbesondere der Eintrag diffuser Stoff- und Feinsedimente aus dem Einzugsgebiet soll reduziert werden. Das soll zum Beispiel erreicht werden, in dem die Sedimentation in der Gewässeraue durch Wiederherstellung des natürlichen Ausuferungsvermögens des Bachs gefördert wird.

Um eine nachhaltige Entwicklung des Hackenbaches abzusichern, wird die Ausweisung des Planabschnittes als Naturschutzgebiet durch die Gemeinde Wulften angestrebt, heißt es in der Projektbeschreibung weiter.

Hierdurch würde ein Lückenschluss zwischen den Naturschutzgebieten Hainholz und Oderaue sowie dem FFH-Gebieten Sieber, Oder, Rhume und dem Gipskarstgebiet bei Osterode bis an die Grenzen des Nationalparks Harz erreicht.

Von Martin Baumgartner

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